Prozess um Körperverletzung Nach Taxifahrt in Brettorf fehlt Stück vom Schneidezahn

Von Ole Rosenbohm

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Auf einer nächtlichen Taxifahrt von der Freiluftfete in Brettorf nach Harpstedt flogen die Fäuste. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaAuf einer nächtlichen Taxifahrt von der Freiluftfete in Brettorf nach Harpstedt flogen die Fäuste. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Wildeshausen/Brettorf. Auf einer nächtlichen Taxifahrt von der Freiluftfete in Brettorf nach Harpstedt flogen die Fäuste – nur verwertbare Erinnerungen hat niemand. Weil aber ein 28-Jähriger nach Ankunft des Taxis auf dem Marktplatz in Harpstedt Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattete, befasste sich nun das Amtsgericht Wildeshausen mit der Fahrt.

An Bord des Großraumtaxis befand sich damals im Juli 2017 neben dem Fahrer und Opfer eine Vierer-Gruppe aus Harpstedt um den 27-jährigen Angeklagten. Alle waren nach eigenen Aussagen so „betrunken“ oder „volltrunken“, dass sie fast nichts von der Auseinandersetzung hinten im Wagen mitbekommen hatten. Einer schlief sogar.

Worum stritten sich die Beteiligten?

Warum es zum Streit kam, blieb vor Gericht so größtenteils im Dunkeln. Es sei aber wohl so gewesen, dass das Opfer den Angeklagten beleidigte, weswegen der mit der Faust geantwortet und dem 28-Jährigen die Lippen blutig geschlagen haben soll.

Erinnerungen an den Schlag will keiner der Zeugen besitzen. Auch der Angeklagte sagte aus, er wisse nichts mehr.

In Harpstedt angekommen, hatte der ebenfalls wohl stockbetrunkene 28-Jährige aber nach Polizei und Rettungswagen verlangt. Zur Verwunderung der anderen im Taxi, denn einen stark verletzten Eindruck hatte der Mann selbst auf den Fahrer nicht gemacht. Eher einen beleidigten: Denn seinen Anteil an den Fahrtkosten wollte das Opfer zunächst auch nicht bezahlen. Dazu „überredete“ ihn dann aber die hinzugerufene Polizei.

Beleidigtes Opfer

Beleidigt gab sich das Opfer auch noch ein Jahr nach dem Vorfall. Schlichtungsversuche lehnte er ab. Zudem gab er an, bei dem Schlag sei ein Stück von seinem Schneidezahn abgesplittert. Allerdings spreche das Opfer von größeren Verletzungen als auf den Bildern ersichtlich, sagte die Richterin. An die Unschuld des Angeklagten wollte sie zwar nicht glauben, man müsse die Sache aber „nicht größer machen als sie war“. Weil Staatsanwaltschaft und Angeklagter zustimmten, stellte sie das Verfahren gegen Zahlung von 600 Euro an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke ein.


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