Kinderhaus Frieda in Togo Von Hude aus Hilfe zur Selbsthilfe in Togo

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Ein neuer Kalender für das Kinderhaus Frieda in Togo: (von links) Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew erkundigt sich bei Nora Sophia Hoss und Jutta Hartrampf über den Stand der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit. Gegen eine Spende sind jetzt Kinderhaus-Kalender für das Jahr 2019 erhältlich. Foto: Reiner HaaseEin neuer Kalender für das Kinderhaus Frieda in Togo: (von links) Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew erkundigt sich bei Nora Sophia Hoss und Jutta Hartrampf über den Stand der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit. Gegen eine Spende sind jetzt Kinderhaus-Kalender für das Jahr 2019 erhältlich. Foto: Reiner Haase

Hude. Waisenkinder in Togo werden seit mehr als zwölf Jahren vom Huder Arbeitskreis Kinderhaus Frieda unterstützt. Die Hilfe währt, bis die jungen Leute beruflich auf eigenen Füßen stehen.

„Viele kleine Flüsse machen den Ozean groß“, zitiert der Verein Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit (DAZ) ein afrikanisches Sprichwort. Der hiesige Ableger des Vereins, der Arbeitskreis Kinderhaus Frieda Hude-Delmenhorst, ist ein Beispiel dafür, dass kleine, aber auf Dauer angelegte Zuflüsse aus Deutschland im westafrikanischen Staat Togo Nachhaltiges bewirken: Seit mehr als zwölf Jahren finden im Kinderhaus in Togos Hauptstadt Lomé Waisen ein Dach über dem Kopf. Spenden und Patenschaften ermöglichen die Betreuung durch Erwachsene, das Lernen in der Schule, die medizinische Versorgung und den Übergang in die berufliche Ausbildung. „Wir helfen, bis die jungen Leute auf eigenen Füßen stehen und möglichst selber Arbeitsplätze anbieten können“, beschreibt Nora Sophia Hoss die Absicht der zwölf Ehrenamtlichen im Huder Arbeitskreis.

Kinderhaus für Waisen

Das Kinderhaus Frieda hat anfangs nur Aids-Waisen aufgenommen, sich inzwischen aber für alle Kinder geöffnet, die ihre Eltern verloren haben und von anderen Angehörigen nicht unterstützt werden können. „Derzeit leben 24 Kinder und Jugendliche im Kinderhaus. Fünf Jugendliche sind inzwischen in angemietete Zimmer in der Nähe des Kinderhauses gezogen. Sie werden während des Studiums oder in der Ausbildung weiter unterstützt, weil Lehrgeld gezahlt werden muss“, berichtet Jutta Hartrampf. Der persönliche Kontakt zu den Kinderhausvätern und -müttern bleibe erhalten.

Effektive Entwicklungshilfe

Die Huderin Hartrampf ist seit einigen Monaten eine von zwei stellvertretenden Vorsitzenden des Dachvereins DAZ; Vorsitzende ist Sonja Steffen, SPD-Bundestagsabgeordnete und Entwicklungshilfeexpertin aus Stralsund. Die Arbeitsschwerpunkte sind Hartrampf zufolge regional aufgeteilt: Hude/Delmenhorst unterstützt das Kinderhaus Frieda in Lomé ganz im Süden Togos und die Mecklenburger Bildungs-, Technik- und Landwirtschaftsprojekte im nördlichen Savannengebiet des Landes. Für beide Projekte gibt es in Togo jeweils einen Partnerverein mit Vorsitzenden, die in Togo aufgewachsen sind, in Deutschland studiert und die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben und zur Aufbauarbeit in ihr Herkunftsland zurückgekehrt sind. Das Konstrukt mache die ehrenamtliche Entwicklungshilfe sehr effektiv, betont Hartrampf: „Die Verwaltungskosten werden aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert. Spenden und Patenschaftsgelder kommen Eins zu Eins in den Projekten an.“

Arbeit an Fluchtursachen

Die Effektivität macht Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew zu einem großen Freund des Vereins DAZ und des Arbeitskreises Kinderhaus Frieda. Vor Ort werde dauerhaft daran gearbeitet, dass die Menschen selber zurechtkommen. Bildung und Infrastruktur stehe an erster Stelle. „Das ist Arbeit an Ursachen für Armut, für Arbeit an Fluchtursachen“, stelle er fest.

Neuer Kalender

Der Arbeitskreis Hude-Delmenhorst bietet ab sofort einen Jahreskalender 2019 mit Porträts von Kindern und Jugendlichen aus dem Kinderhaus Frieda an. Er wird gegen Spenden abgegeben, die zumindest die Herstellungskosten – laut Bürgermeister Lebedinzew rund zehn Euro – abdecken sollen. Erhältlich ist der Kalender an der Information im Rathaus Hude, im Naturkostladen Kornkraft in Hude und im Weltladen in Ganderkesee. Am Bürgerfest-Sonntag in Hude am 9. September gibt es den Kalender auch am Kinderhaus-Frieda-Stand vor dem Praxis-Haus an der Parkstraße.


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