Minister Thümler besucht Alexanderkirche Land beteiligt sich an Orgel-Neubau in Wildeshausen

Von Ole Rosenbohm

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Gespräch unter Orgel-Fachleuten: Björn Thümler (Dritter von links) und Pfarrer Markus Löwe (Zweiter von rechts). Foto: Ole RosenbohmGespräch unter Orgel-Fachleuten: Björn Thümler (Dritter von links) und Pfarrer Markus Löwe (Zweiter von rechts). Foto: Ole Rosenbohm

Wildeshausen Neuer Klang, neues Licht: Rund 700.000 Euro sind bereits für eine neue Orgel in der Wildeshauser Alexanderkirche gesammelt worden – nun fehlen noch 150.000 Euro.

In die Reihen der Unterstützer hat sich jetzt auch das Land eingereiht. Am Dienstagabend informierte sich Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) vor Ort und brachte ein nicht erwartetes Versprechen über eine Landesförderung von 20.000 Euro mit. Eine Überraschung für die Gemeinde: „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Gemeindepfarrer Markus Löwe.

Öffentliche Hand steuert 60.000 Euro bei

Nach jeweils der gleichen Summe von der Stadt Wildeshausen und dem Landkreis ist die öffentliche Hand mit 60.000 Euro dabei. Dazu kommen Stiftungen und Privatleute sowie den Hauptteil ausmachende Einnahmen durch Kollekten, Spenden oder Konzertbesuche, sagte Löwe dem Minister. „Es ist schön, wie viele verschiedene Menschen uns unterstützen.“ So sei es „berührend, wie viele Beerdigungen sich in letzter Zeit eingesetzt haben“. Die Kollekte aus dem am vergangenen Sonntag vom ZDF übertragenen evangelisch-lutherischen Gottesdienstes brachte 489 Euro für die Orgel ein.

Thümler ist profunder Orgel-Kenner

Thümler erwies sich in Wildeshausen vor Mitgliedern des Gemeinderats und des Orgel-Fördervereins als profunder Kirchen- und Orgel-Kenner. Er habe bemerkt, dass das Instrument Probleme habe, grundsätzlich befürworte er ein Orgelförderprogramm des Landes. Eine solche Sammlung wie in Wildeshausen bezeichnete er als Herausforderung wie auch als „Kreativmesser für die Gemeinde“.

Die bald ausgediente Orgel stammt aus den 1970ern. Plastikteile seien porös, über kurz oder lang sei das mächtige Instrument kaum mehr bespielbar. Der in der Empore verbaute Beton nehme zudem Klang. Die neue Orgel soll vom Marburger Orgelbauer Gerald Woehl gebaut werden, der bereits mit der hiesigen Sachverständigen Natalia Gwozdkova zusammenarbeitet. Die Empore soll leicht zurückgebaut werden.

Sichtbar von innen wird durch den Austausch das runde Turmfenster, aktuell ist es verdeckt durch die mächtigen Pfeifen. Die neuen sollen, so die Pläne, die aus neun runden Einzelbildern bestehende Rosette aussparen und dafür sorgen, dass nach Jahrzehnten erstmals wieder natürliches Licht durch das über hundert Jahre alte Kunstwerk fließen kann. „Von draußen ist es ein schönes rundes Fenster, innen denkt man nicht mehr dran“, sagte Thümler.


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