Abfall im Landkreis Oldenburg Landkreis Oldenburg will auf gelbe Tonne umsteigen

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Zwei von drei Bewohnern des Landkreises Oldenburg wünschen sich eine gelbe Tonne für den Verpackungsmüll. Das hat eine Umfrage ergeben. Archivfoto: Martin Gerten/dpaZwei von drei Bewohnern des Landkreises Oldenburg wünschen sich eine gelbe Tonne für den Verpackungsmüll. Das hat eine Umfrage ergeben. Archivfoto: Martin Gerten/dpa

Landkreis Oldenburg. Die gelbe Tonne wird ins neue Abfallkonzept des Landkreises Oldenburg aufgenommen. Im Fachausschuss gab es nur eine Stimme gegen den Systemwechsel.

In zwei oder drei Jahren könnten im Landkreis Oldenburg Leichtverpackungen in gelben Tonnen statt im gelben Sack landen. Eine Umfrage der Kreisverwaltung im Juli hat ergeben, dass sich nahezu zwei Drittel der Teilnehmer für das stabilere Gefäß anstelle des flatterhaften Großbeutels aussprechen. Auf der Grundlage dieses Votums findet der beabsichtigte Systemwechsel Eingang in das neue Abfallwirtschaftskonzept, das der Kreistag Ende September absegnen soll. Der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit Ja gesagt; nur Otto Sackmann (UWG) hält gar nichts von der Tonne und stimmte dagegen. Arnold Hansen (FW) enthielt sich der Stimme.

62 Prozent für die Tonne

Umfrageleiter Tobias Bruns vom Amt für Abfallwirtschaft im Kreishaus hat in der Umfrage, die den ganzen Juli über gelaufen ist, 7103 Stimmen gezählt, das sind rund zwölf Prozent der 58.000 Gebührenzahler. Angesichts der Ferienzeit und im Vergleich zu anderen Landkreisen wertete Bruns das im Fachausschuss des Kreistags als gutes Ergebnis. Es gab 4437 Voten für die Tonne, das sind 62 Prozent und 2666 Stimmen für den Sack. Den Umfrageteilnehmern wurde nicht vorenthalten, dass der Sack alle zwei Wochen abgeholt wird, während für die 240 Liter fassende Tonne oder den 1100-Liter-Container für Mehrfamilienhäuser üblicherweise ein vierwöchiger Abfuhrrhythmus gilt.

Rahmen für Verhandlungen

Landrat Carsten Harings stellte klar, dass die Aufnahme der Tonne ins Abfallwirtschaftskonzept den Rahmen absteckt, mit dem die Verwaltung in Verhandlungen mit dem Dualen System Deutschland gehe. Das DSD allein sei für die mit dem Grünen Punkt versehenen Verpackungen zuständig. Die Frage Sack oder Tonne werde sich nicht auf die Abfallgebühren im Landkreis auswirken. „Die Kosten sind mit dem Kauf des verpackten Produkts abgegolten“, erklärte Dr. Christoph Tiebel vom bundesweit tätigen Fachbüro Atus. Als Gutachter hat Tiebel das neue Abfallwirtschaftskonzept für den Landkreis Oldenburg ausgearbeitet.

Mehr Verpackungen, mehr Abfuhr

Der SPD-Abgeordnete Axel Brammer forderte die Verwaltung auf, selbstbewusst in die 2019 anstehenden Verhandlungen mit dem DSD zu gehen. Er griff die Befürchtung mehrerer Ausschussmitglieder auf, dass die Tonne in manchem Haushalt überquillt, wenn das gelbe Gefäß nur alle vier Wochen geleert wird. „Auch das DSD muss liefern“, so Brammer, „wenn mehr Verpackungen anfallen, muss auch mehr abgeholt werden.“ Vorschläge von Kreistagsabgeordneten liegen auf dem Tisch: Tonnenleerung alle zwei Wochen oder zusätzliche Ausgabe von gelben Säcken. „Im Landkreis Stade habe ich gerade erst gesehen, dass Säcke neben Tonnen liegen“, berichtete Wilfried Siems (CDU).


In großen Teilen des Landkreises Oldenburg ist das Grundwasser nahe der Oberfläche mit Nitrat oberhalb des Grenzwerts für Trinkwasser von 50 Milligramm pro Liter belastet. Das berichtete Kreis-Mitarbeiter Gerrit Finke gestern Abend im Umweltausschuss mit Blick auf die Ergebnisse von Messungen im April und Mai 2018. Gegenüber 2017 hätten sich kaum Veränderungen ergeben. Eine Trendwende zum Besseren sei nicht zu erkennen. „Die Werte sind nicht dramatisch“, kommentierte Arnold Hansen (FW) Finkes Bericht. „Wir müssen uns mit dem Thema stärker beschäftigen, das erwartet die Bevölkerung“, forderte dagegen Dr. Reinhold Schütte (Grüne). Dezernentin Eva-Maria Langfermann wies darauf hin, dass viele Kompetenzen beim Bund und beim Land liegen und der Landkreis wenig Handlungsspielraum hat.

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