Mietshaus, Geschäfte oder Kreisel? Gemeinde Ganderkesee will eigenes Haus nach Brand abreißen lassen

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Das Wohnhaus an der Urneburger Straße 2 in Ganderkesee soll nach einem Brand abgerissen werden – vorausgesetzt, der Ausschuss für Gemeindeentwicklung stimmt für diesen Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung. Foto: Thomas DeekenDas Wohnhaus an der Urneburger Straße 2 in Ganderkesee soll nach einem Brand abgerissen werden – vorausgesetzt, der Ausschuss für Gemeindeentwicklung stimmt für diesen Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee Das gemeindeeigene Haus an der Urneburger Straße/Ecke Grüppenbührener Straße soll nach einem Brand im Juli abgerissen werden. Das schlägt die Verwaltung dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung vor.

Die Gemeindeverwaltung will ihr Wohnhaus an der Urneburger Straße 2, in dem zuletzt unter anderem Flüchtlinge wohnten und das Anfang Juli durch einen Brand stark beschädigt wurde, abreißen lassen, damit das Grundstück in anderer Form genutzt werden kann. Darüber sollen die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am Donnerstag, 30. August, ab 18 Uhr entscheiden. Über die zukünftige Nutzung des frei werdenden Flächenanteils soll aber erst in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses beraten werden. Erste Vorschläge gibt es allerdings schon: Dort könnte möglicherweise ein Mehrfamilienhaus entstehen. Vielleicht auch Geschäfte oder Parkplätze für die Feuerwehr? Eventuell könnte ein Teil der Fläche auch für einen Kreisel gebraucht werden.

Nicht mehr in zeitgemäßem Zustand

Bereits vor dem Eintritt des Brandschadens befand sich das Gebäude nach Angaben von Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, nicht mehr in einem zeitgemäßen Zustand, um den aktuellen Anforderungen an ein Mietobjekt zu entsprechen. Daher der Vorschlag: Das Gebäude soll beseitigt werden. Die Abbruchkosten würden zwischen 10.000 und 20.000 Euro betragen. Die Höhe der zu erwartenden Entschädigung seitens der Brandkasse sei noch nicht bekannt.

Änderung des Bebauungsplans?

Laut Bebauungsplan darf später etwas Neues nur in Verbindung mit Feuerwehr entstehen. Voraussetzung für eine abweichende Nutzung wäre deshalb eine Änderung dieses Plans, um beispielsweise ein Mietshaus zu bauen. Allerdings weist die Verwaltung an der dortigen Stelle auf hohe Immissionen hin. Eingeschränkt sei auch Einzelhandel möglich. Darüber hinaus bestehe die Chance, die bereits durch den Bebauungsplan festgesetzten Flächen für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Urneburger Straße/Ring/Grüppenbührener Straße freizuhalten. Da gehe es allerdings nur um sehr wenig Grundstück auf der gesamten betroffenen Fläche, weiß Meyer.

Schützenswerte Zwergfledermäuse

Auf der Tagesordnung steht am Donnerstag auch wieder das Baugebiet „Schönemoor – westlich Zum Altengraben“. Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfs hatte sich die Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee eingeschaltet und darauf hingewiesen, dass es dort „ein bemerkenswertes Vorkommen von Zwergfledermäusen und Breitflügelfledermäusen gibt“. Das sei „ein unbedingt zu berücksichtigendes und zu förderndes Habitat“. Daraufhin hat die Verwaltung die Pläne geändert und den nördlichen Rand als öffentliche Grünfläche ausgewiesen. Nach Gesprächen mit Nabu und Anliegern soll darüber entschieden werden, wie die etwa 1500 Quadratmeter große Fläche später mal aussehen könnte, so der Fachbereichsleiter. Durch die Änderung des Plans gebe es in dem künftigen Wohngebiet ein bis zwei Baugrundstücke weniger. Sollte die Politik den Änderungen zustimmen, müsste der Entwurf erneut ins Beteiligungsverfahren – voraussichtlich Mitte September für etwa drei Wochen.

Wunsch, in zweiter Reihe zu bauen

Möglichst schnell ausgelegt werden soll auch ein Entwurf, der sich mit dem Bebauungsplan „Ganderkesee – südlich Wagnerstraße“ beschäftigt. Da geht es laut Fachbereichsleiter Meyer für die bereits dort wohnenden Eigentümer darum, im Bereich Wagnerstraße/Beethovenstraße auch in zweiter Reihe bauen zu dürfen. Im Flächennutzungsplan ist dieser Bereich bereits als Wohnbaufläche dargestellt. Insgesamt stehen am Donnerstag neun Themenbereiche auf der Tagesordnung.


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