„Skipping Hearts“ Ganderkeseer Schüler sollen beim Seilspringen wieder fit werden

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Sichtlich Spaß haben die Viertklässler beim „Rope Skipping“ am Mittwochmorgen in der Sporthalle der Grundschule Dürerstraße. Foto: Vincent BußSichtlich Spaß haben die Viertklässler beim „Rope Skipping“ am Mittwochmorgen in der Sporthalle der Grundschule Dürerstraße. Foto: Vincent Buß

Ganderkesee. Seilspringen war einst vom Pausenhof nicht wegzudenken. Weil auch in Ganderkesee immer mehr Kinder gesundheitliche Probleme haben, soll das Projekt „Skipping Hearts“ die Schüler der Grundschule Dürerstraße wieder zum Springen bringen.

In der Sporthalle starten die 30 Viertklässler am Mittwochmorgen, 27. August, mit dem Basic Jump, es folgt der Skifahrer. Nicht bloßes Seilspringen, sondern „Rope Skipping“ mit Nylonseilen wird in dem zweistündigen Kurs gelehrt. Das Projekt „Skippig Hearts“ bietet die Deutsche Herzstiftung fast bundesweit in Grundschulen an.

Ziel ist es, Kinder übers Seilspringen zum Bewegen zu animieren. Wer sich von klein auf an viel bewege und zusätzlich gesund ernähre, verringere das Risiko, im Alter am Herzen zu erkranken, erklärt die Herzstiftung. Denn mittlerweile sei mehr als jedes fünfte Schulkind weltweit übergewichtig.

Auch mehr Kinder in Ganderkesee übergewichtig

Diese Tendenz bemerkt Anne Berg auch in Ganderkesee. Sie ist Sportlehrerin an der Grundschule Dürerstraße. „In den letzten zehn Jahren hat die Körperfülle der Kinder zugenommen“, berichtet sie. Viele Schüler würden sich weniger bewegen und anstatt draußen zu sein, am PC sitzen.

Das macht sich laut der Lehrerin im Sportunterricht bemerkbar: Die Koordination fehlt. „Rückwärtsläufen und Balancieren ist für viele schon schwierig. Und selbst die Mädchen springen seltener Seil.“ Nichtsdestotrotz haben sich mehr Schülerinnen als Schüler für den Kurs angemeldet. „Rope Skipping ist aber auch für Jungs interessant“, erklärt Workshop-Leiter Julian Schleye. „Boxer machen das auch.“

Was beim „Rope Skipping“ trainiert wird

Denn die sportliche Variante des Seilspringens verbessert der Deutschen Herzstiftung zufolge die motorischen Grundfähigkeiten wie Ausdauer und Koordination. „Wir hoffen außerdem, dass die Kinder Spaß daran haben“, erklärt Berg. Anders als etwa beim Joggen könnten die Schüler nämlich Kunststücke einüben und sich zum gemeinsamen Springen verabreden, sagt die Lehrerin. Im Kurs lernen sie bereits Sprungvarianten zu zweit und in der Gruppe. So soll Rope Skipping auch körperlich und sozial schwächere Kinder integrieren, heißt es bei der Herzstiftung.

Das scheint zu funktionieren. Zum Abschluss des Workshops führen die Teilnehmer ihre neugewonnen Kenntnisse ihren Mitschülern und Eltern vor. Als es heißt, dass nun alle springen dürfen, rennen die Kinder aus dem Publikum nach vorne und machen mit. Wie wird aber sichergestellt, dass die Viertklässler auch in Zukunft das Seil schwingen? „Wir haben die Eltern eingeladen und ihnen gesagt, wo sie Seile kaufen können“, sagt Berg.

Mehr als 500.000 Kinder erreicht

Aber auch in der Schule geht es weiter – mit einer Seilspring-Olympiade. Bis zum Ende des Halbjahres steht zu Beginn jeder Sportstunde „Rope Skipping“ auf dem Programm. Wer die zehn zu lernenden Sprungarten beherrscht, bekommt Gold. Auch für „Skipping Hearts“ will sich die Grundschule zum dritten Mal bewerben. Bundesweit sind nach Angaben der Herzstiftung in rund 10.000 Workshops mehr als 500.000 Kinder erreicht worden.


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