Tag der offenen Tür Heimatstube in Bürstel lockt Zeitzeugen an

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Ulrike Peters (links) und Edith Lutz aus Ganderkesee begeisterten sich für die Alltagsgegenstände von früher. Foto: Vincent BußUlrike Peters (links) und Edith Lutz aus Ganderkesee begeisterten sich für die Alltagsgegenstände von früher. Foto: Vincent Buß

Bürstel. Erinnerungen an früher weckte die Bürsteler Heimatstube des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee bei den Besuchern des Tags der offenen Tür am Samstag, 25. August. Für manche war das Gebäude sogar Teil der eigenen Lebensgeschichte.

„Viele halten sich lange in dem Klassenzimmer auf“, berichtete Gerold Ahlers, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins, am Samstag. Das Klassenzimmer ist einer der Räume, in denen die insgesamt rund 1500 Alltagsgegenstände von früher präsentiert werden. Bis 1986 beherbergte das Gebäude nämlich noch die Volksschule Bürstel. Als Ahlers in den großen Ausstellungsraum im zweiten Stock führte, kommentierte er: „Die Schüler gingen hier früher mit Ehrfurcht die Treppe hoch.“ Das durften sie eigentlich nicht, schließlich war es die Junglehrerwohnung.

Zeitzeugin berichtet

Daran erinnern konnte sich Hildegard Schumacher aus Immer. Von 1959 bis zur Schließung wurde sie in der heutigen Heimatstube unterrichtet. Als die 66-Jährige das Klassenzimmer sah, dachte sie sofort an ihre Schulzeit zurück. Und ihren strengen Lehrer. „Wir durften nicht auf dem Schulhof laufen“, erinnerte sie sich. Die Strafe: zehn Zeilen aus dem Lesebuch abschreiben. Auch die Uhren wurden den Schülern damals abgenommen. „Damit wir nicht gucken, ob der Lehrer überzieht“, erzählte sie lachend. „Überwiegend war die Schulzeit aber schön.“

Zum ersten Mal in der Heimatstube waren Ulrike Peters und Edith Lutz aus Ganderkesee. „Wir wollten immer mal hier rein“, sagten sie. Denn normalerweise können nur angemeldete Gruppen die Ausstellung besuchen. Peters freute sich nun: „Die Heimatstube ist größer als gedacht.“ Viele Sachen kannten die Ganderkeseerinnen noch aus ihrer Kindheit, zum Beispiel die Bettwärmer. Besonders begeisterte die beiden die authentisch eingerichtete Frisierecke. Sie freuten sich, dass Leute ihre alten Sachen dem Orts- und Heimatverein geben. „Sonst hat man ja viel weggeschmissen“, erklärte Peters.

Programm trotzt dem Wetter

Auch draußen vor der Heimatstube gab es trotz wiederholter Regenschauer Programm. Holger Schoberth sorgte mit seiner Drehorgel für die musikalische Untermalung, während Peter Mienert mit seiner mittelalterlichen Schmiede begeisterte. Hunger und Durst konnten mit selbst gebackenem Kuchen sowie Kaffee und Tee gestillt werden.


Gruppen, die die Heimatstube besuchen möchten, können sich bei Günter Fleischer anmelden: telefonisch unter (04222) 3588 oder per Mail an fleischer-guenter@t-online.de.

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