Aktion „Sichtwechsel“ Wie aus Ganderkeseer Konfirmanden Straßenkinder wurden

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Auch mit Musik versuchten sie, Spenden zu sammeln: (von links) Beeke Oltmanns, Jolie Grabs, Janus Müller, Carina Lohrey und Lara Wohlers. Foto: Vincent BußAuch mit Musik versuchten sie, Spenden zu sammeln: (von links) Beeke Oltmanns, Jolie Grabs, Janus Müller, Carina Lohrey und Lara Wohlers. Foto: Vincent Buß

Ganderkesee. Vor der Ganderkeseer Famila-Filiale machten zehn Jugendliche am Samstag, 25. August, Musik, verkauften Kleinigkeiten und baten Passanten um Spenden. Es handelte sich aber nicht um Straßenkinder, sondern um Konfirmanden, die herausfinden wollten, wie sich ein Leben auf der Straße anfühlt.

Die Jugendlichen sammelten bei der terre des hommes-Aktion „Sichtwechsel – Straßenkind für einen Tag“ jedoch nicht für sich selbst. Das Geld fließt in das Projekt „Thuthuka“ in Simbabwe, das Straßenkindern Unterschlupf und Versorgung bietet. Den Aktionstag führt die terre des homme-Gruppe Delmenhorst-Ganderkeseeeinmal pro Jahr durch. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin begleitet Barbara Wessels seit zehn Jahren Konfirmanden dabei.

Bevor es auf die Straße ging, wurden die Jugendlichen vorbereitet. Nicht nur mit Informationen über Straßenkinder, sondern auch hinsichtlich des Kontakts mit Menschen: Wie geht man auf Leute zu, wie antwortet man auf kritische Fragen?

So schwierig war es auf der Straße

Das war auch notwendig, wie die Konfirmanden herausfanden. „Ich habe es mir einfacher vorgestellt“, berichtete etwa der 12-jährige Janus Möller. Er hatte gehofft, dass mehr Passanten stehen blieben. „Es ist schon deprimierend, wenn Leute einfach weggehen“, stimmte die 13-jährige Jolie Grabs zu. Nichtsdestotrotz informierten sich einige Ganderkeseer laut den Jugendlichen, kauften Kekse oder spendeten.

Das Ziel, die Konfirmanden für die Situation von Straßenkindern zu sensibilisieren, wurde ebenfalls erreicht. „Es ist bestimmt schlimm, ignoriert zu werden und bei Regen ohne dicke Klamotten herumzustehen“, vermutete die 13-jährige Lara Wohlers. Jolie ergänzte: „Und wir stehen hier nur zwei Stunden, andere ihr ganzes Leben.“


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