Landgasthöfe im Wandel Gastronomischer Neustart in Hengsterholz mit Burgern und E-Zigaretten

Von Birgit Stamerjohanns

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Hengsterholz/Schönemoor. Ein Bremer Betreiber will in Hengsterholz Mitte September das Restaurant „The Hangout“ eröffnen. Wie es mit dem ehemaligen „Schönemoorer Dorfkrug“ weitergeht, ist noch unklar.

Jörg Schulz ist auf der Suche, seit einigen Tagen auch im Internet. Per Stellenanzeige versucht er, Mitarbeiter mit „Leidenschaft am gastorientierten Arbeiten mit Liebe zu Lebensmitteln“ und idealerweise mit „Erfahrung im Bereich Steaks, Sparerips und hausgemachte Burger“ anzuwerben. Auch im Service kann er noch Verstärkung gebrauchen. Jörg Schulz will nämlich schaffen, was zuvor schief gegangen ist: Den ehemaligen Gasthof Segelken zu einem gut laufenden Betrieb machen.

Erfahrungen in der Gastronomie bringt der 42-jährige Bremer nicht mit, dafür ein Konzept.

300 Plätze für E-Zigarettenraucher

Künftig soll die Hälfte des Restaurants mit insgesamt rund 300 Plätzen den „Dampfern“ zur Verfügung stehen. Also Gästen, die E-Zigaretten rauchen. „Die Besucher können auch Zubehör kaufen und ihre E-Zigaretten gleich vor Ort mit einem Burger oder beim Bier genießen“, so Jörn Schulz, der in Bremen bereits einen Laden für E-Zigaretten und Zubehör betreibt.

Die andere Hälfte rauchfrei und familienfreundlich

Die andere Hälfte des künftigen „The Hangout“ soll nicht nur rauch- beziehungsweise dampffrei, sondern auch ausgesprochen familienfreundlich werden. „Die Kinder bestimmen doch in der Regel, was gemacht wird, die müssen sich wohlfühlen“, ist Jörn Schulz überzeugt.

Der Büffel muss weichen: Aus dem ehemaligen „White Buffalo“, das auch als „Texas River Ranch“ und zuvor als „Gasthaus Segelken“ firmierte, wird bald das Lokal „The Hangout“. Foto: Thorsten Konkel

Viel Wild West und Burger sollen auch Kinder locken

Nicht nur ein großer Kinderspielplatz wird gerade angelegt, auch die Deko und natürlich das Essen dürften den Kleinen prinzipiell gefallen: Wildwest und Burger mögen viele Kinder. Wie zuvor das „White Buffalo“ und die „Texas River Ranch“ setzt auch das „The Hangout“ auf Gäste mit US-amerikanischem Faible.

Einmal im Monat plant Jörn Schulz ein Stammtisch-Treffen mit Fahrern amerikanischer Autos aus Bremen. Die werden auch bei der Eröffnung am 15. September dabei sein: „Gleich sieben amerikanische Polizeiwagen und verschiedene Straßenkreuzer sind dann zu sehen“, verrät der Bremer Betreiber. Außerdem möchte er im „The Hangout“ eine Sportsbar etablieren: „Bei uns wird unter anderem American Football zu sehen sein.“ Der 42-Jährige ist überzeugt, mit seinem Konzept viele Gäste nach Hengsterholz zu locken: „Wer das Außergewöhnliche sucht, ist bei uns richtig.“ Der Unternehmer verspricht außerdem einen schnellen Service und eine „kleine, aber feine Speisekarte“.

„Schönemoorer Dorfkrug“ wird entrümpelt

Über die Speisekarte würde sich Georges Elias auch zu gern Gedanken machen, aber erst einmal muss er aufräumen: im ehemaligen „Schönemoorer Dorfkrug“ sieht es wüst aus. Vor rund vier Jahren hat der Delmenhorster Lebensmittelhändler den Gasthof gekauft. „Ich hatte Pech mit zwei Mietern“, sagt Georges Elias. Beide hatten große Pläne mit der Immobilie, zahlten aber nach einiger Zeit keine Miete mehr.

Momentan lässt Georges Elias das Inventar aus den Räumen des ehemaligen Dorfkrugs räumen. „Das war alles völlig vergammelt.“ Gerade war der Containerdienst da und hat Tische, Stühle und Schränke abgeholt. Vom ehemaligen Saal ist nicht mehr viel übrig geblieben, auf dem Parkett hat sich eine dicke Staubschicht gebildet, von den Decken baumeln kaputte Lampen. Zu gern würde der Delmenhorster Unternehmer an alte Dorfkrug-Zeiten anknüpfen und einen klassischen Landgasthof mit Saal und Thekenraum eröffnen.

Taugt die Bausubstanz für neue Gastronomievorhaben?

Aber erst einmal muss ein Architekt prüfen, wie es um die Substanz der Immobilie bestellt ist: „Es kann passieren, dass ich abreißen muss, auch wenn ich das Objekt zu gern erhalten würde“, so Georges Elias. Er hofft, dass der Architekt grünes Licht für einen Neuanfang gibt – und dass er einen Pächter findet, der von der Gasthof-Idee genauso begeistert ist.


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