Berufungsprozess um Scheckbetrug Hoffnung auf Strafmilderung

Von Ole Rosenbohm

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Oldenburg/Ganderkesee Auch nach dem zweiten Termin in einem Berufungsprozess gegen einen 34-jährigen Ganderkeseer fehlen dem Landgericht Oldenburg noch entscheidende Beweise.

Der Angeklagte besitzt deswegen keine schlechten Karten für eine Strafe auf Bewährung. In erster Instanz hatte ihn das Amtsgericht Delmenhorst zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Knackpunkt für die Reduzierung der Strafe sind zwei Scheckbetrügereien. Sein Bruder hatte versucht, zwei nicht für ihn bestimmte und gefälschte Schecks einer Firma über je 1800 Euro einzulösen.

Einmal klappte es, einmal nicht

Einmal klappte es, einmal nicht. Begleitet in die Bankfilialen und angestiftet hatte ihn der Angeklagte, von dem – oder von dessen Lebensgefährtin – der Scheck einer Delmenhorster Firma organisiert gewesen sein soll. Das sagte der Bruder in erster Instanz aus. Der Angeklagte wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Jetzt, vor dem Landgericht, allerdings ist der Bruder nicht mehr so auskunftsfreudig. Obwohl geladen, wartete das Gericht vergeblich ihn, telefonisch teilte er lediglich mit, nicht aussagen zu wollen. Als naher Verwandter besitzt er ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Blöd für die Anklage ist, dass die Aussage des Bruders aus dem Amtsgerichtsprozess nicht mehr verwertet werden darf. Der Gesetzgeber will so verhindern, dass das Zeugnisverweigerungsrecht umgangen wird. Bis auf unscharfe Fotos aus dem Vorraum der Bank hat das Landgericht in dieser Sache so fast nichts in der Hand.

Müssen beide Fälle eingestellt werden?

Müssen beide Fälle eingestellt werden, bliebe nur noch ein Überweisungs-Betrug, wenngleich der schärfste Tatvorwurf. Vom Inhaber der Firma, in der die Lebensgefährtin des Angeklagten einst für Überweisungen verantwortlich war, waren vor zwei Jahren 13.700 Euro auf das Konto einer ehemaligen Freundin des Angeklagten gegangen. Der ließ sie sofort Geld abheben, um 11.000 Euro – so die Anklage – an sich zu nehmen.

Kann das Gericht nur über diesen Betrug urteilen, würde der Angeklagte wohl eine Strafe von unter zwei Jahren erhalten, mit der er bei positiver Sozialprognose um den Knast herumkommen könnte. Für seine Sozialprognose will er beim erwartet letzten Termin am 21. September erstmals Angaben zur Person machen .


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN