Motto „Man muss loslassen können“ Kreative Woche peppt Weiterbildung zu Arbeitspädagogen auf

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Kreativität, Rhythmusgefühl und Improvisiertalent – das alles zeigten die Teilnehmer der Weiterbildung zu Arbeitspädagogen im Berufsförderungswerk in Bookholzberg. Für Ausbilder Jörg Junge (hintere Reihe, 5. v. l.) war es die letzte Kreativwoche, er geht bald in Rente. Foto: Dirk HammKreativität, Rhythmusgefühl und Improvisiertalent – das alles zeigten die Teilnehmer der Weiterbildung zu Arbeitspädagogen im Berufsförderungswerk in Bookholzberg. Für Ausbilder Jörg Junge (hintere Reihe, 5. v. l.) war es die letzte Kreativwoche, er geht bald in Rente. Foto: Dirk Hamm

Bookholzberg. Musik, Malerei und Theater: Auch kreative Inhalte gehören bei der Weiterbildung zum Arbeitspädagogen dazu. Eindrucksvoll zu sehen war dies am Mittwoch im Berufsförderungswerk in Bookholzberg.

Eine Woche lang haben 39 Teilnehmer einer Weiterbildung im Berufsförderungswerk Weser-Ems (BFW) in Bookholzberg Theater gespielt, musiziert und gemalt. Bereits im 15. Jahr stand diese Kreativwoche für die zukünftigen Arbeitspädagogen auf dem Ausbildungsplan. Die Resultate des in vier Gruppen abgelaufenen kreativen Prozesses wurden am Mittwochabendnachmittag in der Mehrzweckhalle des BFW im Kreise der aktuellen und ehemaliger Teilnehmer mit teils frenetischem Beifall quittiert.

Malerei, Musik und Theater

In der Tat zeigte die Kombination aus Kunstausstellung, Konzert und Theater eindrucksvoll auf, was innerhalb weniger Tage unter den Fittichen von erfahrenen Dozenten aus dem Kreativbereich geleistet werden kann. Während eine Gruppe ihre Kreativität mit dem Pinsel auslebte und ebenso farbenfrohe wie ausdrucksstarke Gemälde schuf, fand eine andere Gruppe als Band zusammen und interpretierte unter anderem „Let It Be“ von den Beatles mit einem eigens verfassten neuen Text. Musikalität und Rhythmusgefühl bewies das dritte Team an afrikanischen Trommeln. Und in der vierten Gruppe war bei vielen kleinen Improvisationsstücken Gedankenschnelligkeit gefragt.

Anregungen für die Tätigkeit als Arbeitspädagogen

Das Erstaunliche an den entstandenen Beiträgen ist, dass jeder der Teilnehmer laut Ausbilder Jörg Junge angehalten war, jeweils einen Kreativbereich zu wählen, mit dem er oder sie bislang noch nicht in Berührung gekommen war. Sinn und Zweck der jährlichen Kreativwoche sei es, durch die künstlerischen Impulse in den einzelnen Gruppen Anregungen für die angestrebte Tätigkeit als Arbeitspädagoge zu erhalten. Klassische Einsatzorte für Arbeitspädagogen seien in Behindertenwerkstätten, in der Suchttherapie und in der Jugendarbeit.

Gute Beschäftigungschancen nach der Weiterbildung

Die Teilnehmer der Weiterbildung können ihren Vorberuf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Nach der 18-monatigen Weiterbildung im Berufsförderungswerk besitzen sie als Arbeitspädagogen ziemlich gute berufliche Chancen, berichtete Junge. Telefonische Nachfragen ein Jahr nach Ende der Ausbildung ergeben demnach, dass rund 80 Prozent der Absolventen eine Beschäftigung gefunden haben. Eine Rolle spiele dabei, dass es sich um eine staatlich anerkannte Weiterbildung handele, die Teilnehmer verlassen das BFW als „geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung“. In den Ausschreibungen sei aber meist von „Arbeitspädagogen“ die Rede, obwohl dies streng genommen kein anerkannter Beruf sei.

Nach 34 Jahren als Ausbilder in Rente

„Man muss loslassen können“ – so lautete in diesem Jahr das Motto der Kreativwoche, die Jörg Junge vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat. Wie die Faust aufs Auge passt dieses Motto auf seine eigene Situation: Der 64-Jährige geht zum Jahresende in Rente, nach 34 Jahren als Ausbilder beim BFW. Eine gehörige Portion Wehmut war gestern für ihn mit dabei, ließ Junge durchblicken. Manches habe sich verändert in der langen Zeit: „Die Teilnehmer sind jünger geworden, und sie haben eine höhere Motivation, sie wollen ihr Ziel unbedingt erreichen.“


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