Schöffe schwer erkrankt Prozess nach Wildeshauser Einbruchsserie steht vor Abbruch

Von Ole Rosenbohm

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Nach der schweren Erkrankung eines Schöffen, muss der Prozess gegen zwei mutmaßliche Serieneinbrecher wohl ausgesetzt werden. Symbolfoto: dpaNach der schweren Erkrankung eines Schöffen, muss der Prozess gegen zwei mutmaßliche Serieneinbrecher wohl ausgesetzt werden. Symbolfoto: dpa

Oldenburg/ Wildeshausen Der Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen zwei mutmaßliche Serieneinbrecher, die auch im Landkreis Oldenburg zuschlugen, steht wegen der anhaltenden schweren Krankheit eines Schöffen endgültig vor dem Abbruch.

Nachdem der Schöffe nach dem vierten Verhandlungstag am Freitag einen Schwächeanfall erlitten hatte und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert wurde (dk berichtete), sagte das Landgericht die Prozesstage am Montag sowie am Dienstag ab und prüft jetzt eine Aussetzung des Verfahrens, wie Gerichtssprecherin Melanie Bitter dem dk mitteilte.

Jeder Zeuge müsste neu aussagen

Der Aussetzung, also dem Abbruch des Prozesses, steht fast nichts mehr entgegen. Sobald die nötigen Unterlagen vorliegen, die die Verhandlungsunfähigkeit des Schöffen bestätigen, wird die aus drei Berufsrichtern bestehende Kammer die Aussetzung sowie eine Neuansetzung zum 6. September beantragen. Bei einer Neuansetzung wird der gesamte Prozess neu aufgerollt, unter anderem muss jeder bisher gehörte Zeugen neu aussagen.

Einbruchsbeute im Wert von 160.000 Euro

Angeklagt sind zwei in Untersuchungshaft einsitzende Serben, 46 und 49 Jahre alt, denen bandenmäßiger Wohnungseinbruchsdiebstahl in 62 Fällen vorgeworfen wird. Die beiden sollen mit zwei flüchtigen Mittätern vergangenes und vorvergangenes Jahr in Häuser im gesamten norddeutschen Raum eingestiegen sein und dabei Beute im Wert von 160.000 Euro gemacht haben. Sieben der Einbrüche fanden in Harpstedt und Wildeshausen statt.Der Prozess ist auf 13 Verhandlungstage angesetzt. Unter anderem sollen zu jedem Einbruch Opfer aussagen.

Fristeinhaltung problematisch

Ein Problem für die Kammer ist bei einer Neuansetzung die Einhaltung der Frist über sechs Monate nach Verhaftung der Angeklagten, in der ein Strafprozess spätestens beginnen muss. Theoretisch könnte das Oberlandesgericht bei Nichteinhaltung dieser Frist die Freilassung der Angeklagten verfügen.

Angeklagte könnten sich bei Freilassung absetzen

Laut Bitter geht die Kammer allerdings davon aus, dass diese Sechs-Monats-Frist während der Dauer der Verhandlung ruht, also erst wieder mit einer beschlossenen Aussetzung beginnen würde. Legt etwa einer der Angeklagten Beschwerde gegen die Haft ein, wird das Oberlandesgericht über die Fortdauer der Inhaftierung entscheiden. Bei einer möglichen Freilassung könnten sich die eine lange Haftstrafe erwartenden Angeklagten, ohne die Verhandlung abzuwarten, nach Serbien absetzen.


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