Treffen des Deutz-Clubs In Ganderkesee dröhnen knapp 100 Trecker-Motoren

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Ganderkesee-Bürstel. Rund 100 Trecker hauptsächlich der Marke Deutz-Fahr wurden am Sonntag, 19. August 2018, beim zweiten Treckertreffen in Bürstel präsentiert. Die ältesten Schlepper stammten aus den 50er Jahren.

„Schönes Ding“. Das Urteil von Ingo Meier, erster Vorsitzender der Landmaschinenoldies Oldenburg-Eversten ist gleichermaßen kurz wie fachmännisch. „So was bekommt man nicht oft zu sehen: nichts ist durchgerostet, nichts verbeult und sogar noch die original Patina dran. Ich frage mich, wie das über all die Jahre funktioniert hat.“

Das beste Stück von 1952

Zusammen mit seinen Mitstreitern vom Oldtimerclub steht Meier vor einem Trecker der Firma Deutz, Baujahr 1952, und ist begeistert von dem, was er gerade zu sehen bekommt: „Definitiv das beste Stück, das hier heute aufgefahren ist.“

Hauptsächlich Marke Deutz

Die Konkurrenz, die gestern beim zweiten Treckertreffen des Deutz-Clubs Bürstel-Immer auf dem Stoppelfeld von Thorben Schwarting aufgereiht hat, war nicht gerade klein. 93 Trecker hauptsächlich der Marke Deutz-Fahr standen im Fokus, mehr als doppelt so viele wie beim Debüt 2016. „Es ist erstaunlich, dass trotz Rückgangs der Höfe bei uns noch so viele Schlepper vorhanden sind“, meinte Mit-Organisator Onno Osterloh vom Deutz-Fanclub. Was vor vier Jahren aus einer Bierlaune heraus am Tresen entstanden war, hat sich innerhalb kurzer Zeit von sechs Gründungsmitgliedern zu rund 60 Deutz-Fans entwickelt. „Und ich denke, nach heute werden wir die Hundertermarke knacken.“

Immer mehr Liebhaber

Denn Treckerfahren liegt offenbar im Trend. „Es gibt inzwischen viele, die sich für ihr privates Grundstück einen Trecker anschaffen und mit Landwirtschaft gar nichts zu tun haben“, sagt Osterloh. So sind einige der schmucken Schlepper, die auf dem Stoppelfeld in der Sonne glänzten, ausgediente Landmaschinen, die von passionierten Oldtimer-Liebhabern nur zum Spaß an der Freude aufbereitet wurden. Andere zur Schau gestellten PS-Kraftpakete hingegen sind noch immer im landwirtschaftlichen Einsatz, haben deutlich weniger Jahre auf dem Buckel „und werden wahrscheinlich keine 40 Jahre halten“, wie Oldtimer-Fachmann Meier prognostiziert. Denn die Zeiten seien vorbei, wo einfache Mechanik noch zum Landmaschinen-Alltag gehörte. „Heute ist zu viel Elektronik drin, die wird nicht mehr so lange laufen.“

Motor besonders robust

Laut Onno Osterloh galten Deutz-Trecker einmal als besonders robust, was nicht nur die Oldtimer-Freunde um Ingo Meier bestätigen können. Auch Frank Kreuzer aus Delmenhorst hat die Erfahrung gemacht, dass das Blech eines alten Schleppers zwar bis zur Unkenntlichkeit verrostet sein kann, der Motor deswegen aber noch längst nicht schlapp macht. Vor sechs Jahren hat sich der 65-Jährige einen Traum erfüllt und einen Deutz aus dem Jahr 1955 gekauft. „Das Ding war total verrostet, dreckig, heruntergekommen und vergammelt“, schildert Kreuzer. „Aber der Motor, der lief noch. Das muss man sich mal vorstellen: 40 Jahre stehen dir irgendwo herum, dann schmeißt du die Kiste wieder an und das Ding funktioniert wieder.“

Wettstapeln von Strohballen

Doch nicht nur für Fans großer Maschinen hatte das Treckertreffen etwas zu bieten, auf dem Gelände der alten Schule gab es ein nettes Programm auch für die weniger Mechanikbegeisterten. Zur Unterhaltung gab es aber doch wieder was mit Trecker: Ein Wettstapeln von Strohballen auf einen Anhänger. Zulässige PS: egal.


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