Einbruchsserie im Kreis Oldenburg Kranker Schöffe bringt Prozess ins Wanken

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Da seit Inhaftierung der Angeklagten bereits mehr als sechs Monate vergangen sind, könnten sie theoretisch sogar auf freien Fuß gesetzt werden. Symbolfoto: Arne Dedert/dpaDa seit Inhaftierung der Angeklagten bereits mehr als sechs Monate vergangen sind, könnten sie theoretisch sogar auf freien Fuß gesetzt werden. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa

Oldenburg/Landkreis. Verhandlung gegen Serieneinbrecher wegen Schwächeanfall unterbrochen. Allein für Montag und Dienstag, 20. und 21. August 2018, sind 25 Zeugen geladen

Große Besorgnis um die Gesundheit eines Schöffen im Landgericht Oldenburg: Wegen der Krankheit des ehrenamtlichen Richters steht zurzeit ein Prozess gegen zwei mutmaßliche Serieneinbrecher auf der Kippe, die 62 Mal in Häuser im gesamten norddeutschen Raum – auch in sieben in Wildeshausen und Harpstedt – eingestiegen sein sollen. Der vierte Verhandlungstag am vergangenen Montag hatte bereits nicht stattfinden können. Freitag wurde zwar wieder verhandelt, direkt im Anschluss aber erlitt der Mann im Rentenalter einen Schwächeanfall und musste von Rettungssanitätern ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Frist in Gefahr

Dass der Prozess nach dem Einverständnis der Ärzte stattfinden konnte, ließ den Vorsitzenden Richter Horst Kießler zunächst aufatmen. Schon in dieser Woche hätten zwischen zwei stattgefundenen Verhandlungstagen drei Wochen gelegen. Und länger darf ein Strafgerichtsprozess nicht aussetzen, andernfalls würde er platzen und müsste komplett neu aufgerollt werden. Mehr noch: Da seit Inhaftierung der Angeklagten bereits mehr als sechs Monate vergangen sind, könnten sie theoretisch sogar auf freien Fuß gesetzt werden, schreibt das Gesetz vor. Hierüber würde das Oberlandesgericht entscheiden.

13 Verhandlungstage

Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt, an denen die Kammer um Kießler über 60 zum Teil weit anreisende Geschädigte als Zeugen hören will. Allein für Montag und Dienstag, 20. und 21. August 2018, sind 25 Zeugen geladen, die bei einem erneuten Ausfall des Schöffen kurzfristig ausgeladen werden müssten.

Geständnis angekündigt

Im Prozess selber hat einer der Angeklagten ein Geständnis angekündigt. Er wird von der Staatsanwaltschaft für neun Taten mitverantwortlich gemacht. Der für alle 62 Einbrüche angeklagte mutmaßliche Haupttäter allerdings verweigert die Aussage. Beide sind Serben. Angeklagt sind sie wegen bandenmäßigen Wohnungseinbruchsdiebstählen. Zwei mutmaßliche Mittäter sind flüchtig und sollen sich in Serbien aufhalten.


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