Größtes Risiko in Samtgemeinde Harpstedt Erneut hohe Zahl an Wildunfällen im Kreis Oldenburg

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Ein totes Reh liegt nach der Kollision mit einem Auto am Straßenrand. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaEin totes Reh liegt nach der Kollision mit einem Auto am Straßenrand. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Landkreis Oldenburg. Polizei und Verkehrswacht sehen mit großer Sorge auf die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Oldenburg.

Insgesamt 889 Mal sind Beamte der Polizei im vergangenen Jahr zu Unfällen gerufen worden, an denen Wildtiere beteiligt waren. Das sind zwar 17 Unfälle weniger als 2016. Im Vergleich zu den sechs Jahren davor handelt es sich diesmal trotzdem um eine hohe Zahl. Das hat Erich Kreye von der Kreisverkehrswacht mitgeteilt, der für diesen Zeitraum beispielsweise für 2015 (744) die geringste und für 2012 (833) die höchste Zahl an Unfällen registriert hat.

Vorrangig Rehe

Laut Kreye wurden vorrangig Rehe Opfer der Kollisionen, da diese Tiere flächendeckend im Kreisgebiet vorkommen. Aber auch Wildschweine und Damwild seien beteiligt gewesen. Die Zahl von Unfällen mit kleineren Wildtieren wie Fuchs, Hase oder Marder spielten statistisch kaum eine Rolle, obwohl häufig Kadaver der Kleintiere an den Straßen zu sehen gewesen seien. Sie richteten bei einem Zusammenstoß allerdings selten hohe Schäden an.

Wo Wald ist, ist mit Wildtieren zu rechnen

Nach wie vor gelte die Aussage: Da wo Wald ist, ist auch mit Wildtieren zu rechnen. Im Vergleich zu nördlich angrenzenden Landkreisen, wo teilweise weitaus weniger Zusammenstöße mit Wild erfasst würden, betrage der Waldanteil in der hiesigen Region etwa 20 Prozent an der Gesamtfläche, während er in den angrenzenden Bereichen bei zehn Prozent oder darunter liege, erläutert Kreye. Deutlich werde das auch an den Zahlen aus einigen Landkreisgemeinden. „In Harpstedt oder Dötlingen, Bereiche mit einem hohen Waldanteil, sind Wildtiere an fast der Hälfte aller Verkehrsunfälle beteiligt. Und auch in der Gemeinde Großenkneten oder der Landgemeinde Wildeshausen ist das Risiko, mit einem Wildtier zu kollidieren, höher als in Wardenburg, Hatten oder Ganderkesee“, sagt der Beisitzer der Kreisverkehrswacht. Laut Statistik gab es die mit Abstand meisten Wildunfälle in Harpstedt (2017: 221/2016: 227) und die wenigsten in Wardenburg (63/67). Für Ganderkesee notierte Kreye 116 beziehungsweise 103 Wildunfälle.

Knapp 30 Prozent Anteil

889 Unfälle mit Wild bedeuten nach Angaben der Kreisverkehrswacht einen Anteil von knapp 30 Prozent an den insgesamt 3602 polizeilich registrierten Unfällen im vergangenen Jahr. Dieser Prozentsatz sei in den letzten Jahren trotz vielfacher präventiver Maßnahmen konstant geblieben.

Kein Allheilmittel

Besonders aufpassen müssten Autofahrer während der Dämmerung und in der Dunkelheit. Besonders hoch sei die Gefahr in den Monaten November bis Januar, während in den Spätsommermonaten durchschnittlich nur halb so viele Zusammenstöße registriert würden. Ein Allheilmittel, Wildunfälle zu verhindern, gebe es nicht: So habe die anfangs erfolgreiche Aktion „Dreibeine gegen Wildunfälle“ nach einer gewissen Zeit ihren Effekt verloren. Und auch die blauen Reflektoren würden Wildunfälle nicht verhindern.


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