Debatte über Wasserqualität in Rethorn Ausschuss setzt auf Gesamtbetrachtung im Bereich Kamerner See

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Der „Schwanenteich“ war einmal vier Meter tief. Jetzt kann Anwohner Markus Haferkorn durchwaten. Anika Hoffmann, Jens Volbert und Volker Schulz-Behrendt kamen im Juni zu einem Ortsbesuch nach Rethorn. Archivfoto: Marie BusseDer „Schwanenteich“ war einmal vier Meter tief. Jetzt kann Anwohner Markus Haferkorn durchwaten. Anika Hoffmann, Jens Volbert und Volker Schulz-Behrendt kamen im Juni zu einem Ortsbesuch nach Rethorn. Archivfoto: Marie Busse

Ganderkesee. Großes Publikumsinteresse gab es im Umweltausschuss am Mittwochabend in Ganderkesee. Dabei ging es unter anderem um die Qualität des Wassers im Kamerner See und den benachbarten Teichen in Rethorn. Jetzt soll das gesamte Gewässersystem dort betrachtet werden, um zu einer Lösung zu kommen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz haben sich am Mittwochabend vor zahlreichen Ganderkeseer Bürgern einstimmig auf einen ersten Weg geeinigt mit dem Ziel, die Qualität des Wassers im Kamerner See in Rethorn, in den benachbarten Teichen und in der Kamerner Bäke zu verbessern: Alle Fraktionen sprachen sich für eine Gesamtbetrachtung des dortigen Gewässersystems und für eine weitere Einbindung des Seenkompetenzteams des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aus. Außerdem sollen sich Politik und Anwohner an den Diskussionen beteiligen können.

Für Sandfang entschieden

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss für die Einrichtung eines Sandfangs entschieden – und zwar kurz vor dem kleinen privaten „Schwanenteich“, wo die Kamerner Bäke und der sogenannte Vorfluter F aus Richtung Bookholzberg zusammentreffen.

Zahlreiche Fragen von Anwohnern

Der Debatte im Ausschuss waren bereits innerhalb der Einwohnerfragestunde zahlreiche Fragen, Anmerkungen und hilfreiche Informationen seitens der Anlieger vorausgegangen. Dabei ging es unter anderem um eine Stellungnahme von Biologin Dr. Melanie Hartwich vom Seenkompetenzteam, die auf eine Gemeindeanfrage zur Problematik des „Schwanenteichs“ unter anderem über Nährstoffe aus der Landwirtschaft, Laubeintrag, Algen, Rasendüngung, Sauerstoffsituation, Regenwassereinleitung und Schlamm informiert hatte, ohne jedoch vor Ort gewesen zu sein. „Als promovierter Biologe habe ich mich geschämt für einige dieser Äußerungen. Sie sprechen nicht für die Kompetenz eines Kompetenzteams“, ärgerte sich Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt, der sich darüber hinaus ein kurzes Wortgefecht mit Cord Schütte (CDU) lieferte. Denn der hatte durch die Hinweise auf viele landwirtschaftliche Nährstoffe im Teich, die aus der Kamerner Bäke kämen, eine klare Attacke der Grünen gegen einen Rethorner Landwirt gesehen. Er hoffe auf eine gemeinsame Lösung für Anlieger und für die Landwirtschaft, so Schütte. Es gehe nicht darum, einem Landwirt an die Karre zu fahren, sagte Schulz-Behrendt, der erneut die Grünen-Position unterstrich: „Wasser aus der Bäke darf nicht in die anderen Gewässer fließen.“ Ob und wie das geregelt werden kann, soll jetzt diskutiert werden.

Sandfang sinnvoll

Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, hatte zusätzlich auf die Problematik mit dem Einlaufbauwerk vor dem „Schwanenteich“ hingewiesen, der immer wieder irrtümlich für einen Sandfang gehalten werde und tatsächlich keinen Sand abfange. Ein richtiger Sandfang mache Sinn und halte auch Sand ab – allerdings keine Nähstoffe.


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