Jüngste Beschlussempfehlung gecancelt Ganderkeseer Ausschuss für Arbeitskreis „Baumschutz“

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Das Thema Baumschutz bewegt nach wie vor die Gemüter: Gab es im April noch die Empfehlung, Bäume auf privaten Grundstücken nicht unter Schutz zu stellen, so gab es jetzt den Vorschlag, erst einmal einen Arbeitskreis „Baumschutz“ mit Verwaltung, Politik und Umweltverbänden zu bilden. Symbolfoto: imago/Thomas FreyDas Thema Baumschutz bewegt nach wie vor die Gemüter: Gab es im April noch die Empfehlung, Bäume auf privaten Grundstücken nicht unter Schutz zu stellen, so gab es jetzt den Vorschlag, erst einmal einen Arbeitskreis „Baumschutz“ mit Verwaltung, Politik und Umweltverbänden zu bilden. Symbolfoto: imago/Thomas Frey

Ganderkesee. Die Mitglieder des Ganderkeseer Umweltausschusses haben sich am Mittwochabend mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, einen Arbeitskreis „Baumschutz“ zu bilden. Dazu sollen auch Umweltverbände gehören.

Der Baumschutz in der Gemeinde Ganderkesee wird Politik, Verwaltung und Bevölkerung noch lange beschäftigen. Vor allem deshalb, weil die Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am Mittwochabend eine andere Richtung eingeschlagen haben als Mitte April dieses Jahres: Mit knapper Mehrheit haben sie die Beschlussempfehlung von damals, Bäume auf privaten Grundstücken nicht unter Schutz zu stellen, gecancelt und sich in ebenfalls enger Entscheidung dafür ausgesprochen, einen Arbeitskreis „Baumschutz“ zu bilden, der sich, wie SPD-Fraktionschef Werner Brakmann formulierte, erst einmal Gedanken über Kriterien und Verfahren beim Thema Baumschutz machen soll.

Ja von SPD, Grünen und UWG

Diesem Beschlussvorschlag, der von der Verwaltung kam, folgten mit sieben zu sechs Stimmen SPD, Grüne und auch UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek, der sich allerdings noch einmal deutlich gegen eine Bevormundung von Grundstückseigentümern aussprach, wenn es um Bäume geht. Er habe allerdings bei dieser kniffligen Thematik seine Frau gefragt. Und die habe einen Arbeitskreis empfohlen. So schloss er sich diesem Vorschlag an, betonte aber auch: „Wir müssen hier nichts übers Knie brechen.“

„Baumfreund-Satzung“ ohne Zustimmung

Günter Westermann (CDU) blieb dagegen dabei, dass es keinen verordneten Baumschutz geben dürfe. Grundstückseigentümer müssten selbst entscheiden können, ob sie Bäume fällen, und verwies beispielsweise auf die Schäden durch Bäume bei den jüngsten Stürmen und Gewittern. Er machte allerdings deutlich, dass die CDU-Fraktion durchaus für Baumschutz sei – aber eben nicht verordnet. Dieser Meinung schloss sich auch Volker Schmidt von den Freien Wählern an, der sich gegen einen Arbeitskreis „Baumschutz“ aussprach, weil es doch den „Runden Tisch Natur“ gebe. Und Jürgen Struthoff von der FDP sprach sich am Ende ebenfalls dafür aus, nachdem sich niemand so richtig für den Antrag der Liberalen erwärmen konnte, eine „Baumfreund-Satzung“ auf freiwilliger Basis ohne dauerhaft verbindliche Unterschutzstellungen zu erlassen.

Vor Kampfabstimmung gewarnt

Damit traf zum Schluss genau das ein, wovor Bürgermeisterin Alice Gerken zuvor noch gewarnt hatte: eine Kampfabstimmung. Sie wollte vielmehr alle unter einen Hut bringen und appellierte an alle Fraktionen, die Chance zu nutzen, um mit den Umweltverbänden ins Gespräch zu kommen. Das passiert nun auch, allerdings nach äußerst knapper Entscheidung. Denn dem Arbeitskreis „Baumschutz“ sollen neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch Mitglieder der Umweltverbände Nabu und Fuhrenkamp-Schutzverein angehören.

Zweiter Punkt zurückgezogen

Eigentlich sollte noch über einen zweiten Punkt entschieden werden, in dem es über die die Befugnisse und Vorgehensweise des Rates gehen sollte. Aber diesen Beschlussvorschlag zog die Bürgermeisterin vorerst zurück. Das hatte zuvor auch Brakmann angeregt. Sein Kommentar: „Wir sollten jetzt noch nicht zu sehr ins Detail gehen.“


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