Berufungsverfahren vor Landgericht Ganderkeseer will nach Betrug um Gefängnis herumkommen

Von Ole Rosenbohm

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Ein Ganderkeseer, der wegen Betrugs in mehreren Fällen angeklagt ist, hofft darauf, nicht ins Gefängnis zu kommen. Das Berufungsverfahren findet vor dem Landgericht Oldenburg statt. Symbolfoto Landgericht Oldenburg. Foto: Thomas DeekenEin Ganderkeseer, der wegen Betrugs in mehreren Fällen angeklagt ist, hofft darauf, nicht ins Gefängnis zu kommen. Das Berufungsverfahren findet vor dem Landgericht Oldenburg statt. Symbolfoto Landgericht Oldenburg. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee/Oldenburg. Ein 41-jähriger Mann aus Ganderkesee will in zweiter Instanz vor dem Landgericht Oldenburg doch noch um eine Haftstrafe herumkommen. Dreimal soll er andere betrogen haben, dafür hatte ihn das Amtsgericht Delmenhorst zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. In der Berufung hängt jetzt alles von der Aussage einer Geschädigten ab.

Die hatte dem Angeklagten, so der Vorwurf, vor zwei Jahren zweimal 2000 Euro geliehen, den Großteil des Geldes trotz Rückzahlungsverträgen und Beteuerungen aber nicht zurückbekommen. Monate später stellte der Angeklagte die unregelmäßigen Ratenzahlungen ganz ein: Er würde jetzt Privatinsolvenz beantragen, hieß es. Sie fühlte sich betrogen und zeigte ihn an.

Geschädigte nach Österreich gezogen

Die Frau ist inzwischen nach Österreich verzogen. Fraglich ist laut Gericht, ob sie von den Ausmaßen der großen finanziellen Probleme des Familienvaters gewusst hat. Hat er ihr etwa, wie er behauptet, von seiner abgegebenen eidesstattlichen Versicherung berichtet oder nicht? In diese Zeit fiel außerdem ein möglicher Ebay-Betrug durch den Angeklagten, der ein I-Pad versteigert, aber nicht verschickt haben soll.

Zahlreiche Vorstrafen

Schwer gegen ihn wiegen seine Vorstrafen, hieß es vor Gericht. 21 Einträge zählt das Bundeszentralregister auf, meist Betrügereien oder Diebstähle. Auffällig oft ging es in den vergangenen Jahren um Dinge des täglichen Überlebens: Mal stahl er Grundnahrungsmittel in Supermärkten, dann knackte er Sperrungen seines abgestellten und nicht bezahlten Wassers. Der Angeklagte hat zwei Kinder, arbeitet inzwischen fest, aber ihn würden Schulden in Höhe von über 50.000 Euro belasten, sagte er aus.

Staatsanwaltschaft gegen Bewährung

Mit größten Bauchschmerzen hätte der Richter sich eigenen Angaben zufolge auf eine Bewährungsstrafe eingelassen und auf die Aussage der Zeugin aus Österreich verzichtet. Denn falls die noch nicht benachrichtigte Frau, von der auch keine Adresse bekannt ist, den Termin in drei Wochen absagt oder nicht erscheint, muss der Prozess ausgesetzt werden und von vorne beginnen. Die Staatsanwaltschaft wollte den Weg zur Bewährung aber nicht mitgehen.


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