Landgericht bestätigt Urteil Junger Ahlhorner geht für Einbrüche über fünf Jahre in Haft

Von Ole Rosenbohm

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Das Landgericht hat das Urteil gegen einen 21-jährigen Ahlhorner bestätigt: fünfeinhalb Jahre Haft für mehrere Einbrüche. Symbolfoto: dpaDas Landgericht hat das Urteil gegen einen 21-jährigen Ahlhorner bestätigt: fünfeinhalb Jahre Haft für mehrere Einbrüche. Symbolfoto: dpa

Oldenburg. Drei Einbrüche – fünfeinhalb Jahre Haft: Das Urteil der Jugendkammer des Amtsgerichtes Wildeshausen gegen einen 21-jährigen Mann aus Ahlhorn wirkt ungewöhnlich hoch, sagte auch der Berufungsrichter am Oldenburger Landgericht. Am Ende verwarf das Gericht aber die Berufung ohne Diskussionen.

Die Kammer habe in der Beratung nicht ansatzweise über ein anderes Strafmaß nachgedacht, sagte der Vorsitzende. Denn der im Irak geborene 21-jährige Angeklagte hat mit der Justiz zu tun, seit er 14 ist: Körperverletzungen, Raubdelikte, Einbrüche in Wohnhäuser, Kioske, Büros.

Raubzüge zu viert in Bielefeld

Damals in Bielefeld war er meist mit zwei Kumpels und Bruder unterwegs, „zog“ andere Jugendliche ab, schüchterte sie ein, verprügelte sie, raubte sie aus. Ein 17-jähriges Opfer saß im Rollstuhl. Der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm, konnte dem Quartett 2012 gerade noch entkommen. Mehrfach wurde der Angeklagte verurteilt, aus unübersichtlich vielen Taten letztlich eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Jugendgefängnis gebildet, aus dem er Anfang 2016 unter Bewährung nach zwei Jahren entlassen wurde.

In Großenkneten Beute im Wert von 7900 Euro gemacht

Verhindert hat das Gefängnis neue Taten nicht. Gewaltdelikte sind zwar nicht bekannt seit Entlassung und Umzug nach Ahlhorn zu seinen Eltern, wo er zunächst unter anderem mit einer nach wie vor bestehenden festen Arbeit einen guten Start hatte. Aber nach nur einem Jahr folgten die nächsten Wohnungseinbrüche. Bei zwei erfolgreichen Versuchen in Großenkneten stahl er insgesamt Gegenstände im Wert von 7900 Euro, dazu jede Menge Schmuck, der kurz vorm Einschmelzen in Bremen wiederbeschafft werden konnte. Einmal blieb es beim Versuch. Zudem war der als Heranwachsender behandelte Mann wegen Hehlerei und dem unerlaubten Besitz einer Schreckschusswaffe angeklagt. Vergangenen Oktober wurde er verhaftet.

Angeklagter beruft sich auf Spielsucht

Ziel der Berufung war die Reduzierung der Strafe. „Ich mach das nicht mehr“, beteuerte der Angeklagte. Für die neuerlichen Taten seien falsche Freunde und seine Spielsucht mitverantwortlich: „Habe ich Geld, gehe ich in die Spielo, und irgendwann ist alles weg.“ Er wolle sich um eine Therapie bemühen. Richter und Staatsanwältin fanden das „zu wenig“, vermissten eine echte Einsicht und sahen auch die Spielsucht als Grund für die Taten als keineswegs belegt an. Es sei ein „No-Go“, ihn rauszulassen, sagte die Staatsanwältin. Der Richter sah im Angeklagten ebenfalls einen Bewährungsversager und bestätigte das Wildeshauser Strafmaß: fünfeinhalb Jahre.


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