Ganderkeseer Projekt inspiriert Neues Figuren-Ensemble im Garten vom Kulturhaus Müller

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Ganderkesee. In der Werkstatt der Ländlichen Erwachsenenbildung kreiert ein Langzeitarbeitsloser drei Skulpturen, die auf Anhieb den Weg ins Kulturhaus Müller schaffen. Bis Oktober werden sie im Garten zu sehen sein.

Es war die Qualität der Skulpturen, die Dr. Wiebke Steinmetz überzeugt hat. Dabei ist ihr Schöpfer, der namentlich nicht genannt werden will, eigentlich gar kein Künstler, weder beruflich, noch im Privaten. Der gelernte Trockenbauer hatte einfach nur eine Idee, eine Art Inspiration, und das Wissen um die Anwendung des Materials, um sie umzusetzen. Und jetzt sind da diese drei Figuren, als Ensemble, ohne Namen, installiert im Garten des Kulturhauses Müller.

Neuer Kooperationspartner für das Kulturhaus

Zum ersten Mal kooperiert das Kulturhaus Müller dabei mit der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB). Über die macht der 37-jährige Skulpturen-Schöpfer derzeit eine technische Weiterbildung, um langfristig wieder zurück in den Beruf zu finden. Eines Tages erzählte ihm Edgar Ruhm, Anleiter in der LEB-Werkstatt Ganderkesee, von einer Skulptur in Warschau, die bei dem Langzeitarbeitslosen etwas auslöste. „Am nächsten Tag kam er mit einer Skizze in die Werkstatt und hat sich an die Arbeit gemacht“, sagt Ruhm.

400 Arbeitsstunden investiert

400 Stunden später, in denen Baustahlstangen auseinandergeflext, an anderer Stelle zusammengeschweißt, mit Gewebeband fixiert und mit Fliesenkleber modelliert wurden, entstanden drei Skulpturen, die, wie Wiebke Steinmetz es formuliert, „den sukzessiven Aufstieg eines Menschen aus der Erde in die Welt verbildlichen“ – wie ein Befreiungsakt aus einer alles lähmenden Umgebung hin zu einem neuen Leben, unbeschwert und voller Tatendrang.

Kreative Arbeit gibt Vertrauen zurück

„Mit dem Aufstellen der Skulpturen im Kulturhaus Müller wollen wir auch zeigen, was wir in unserer Werkstatt zu leisten in der Lage sind“, erklärte Projektleiter Ruhm bei der offiziellen Vorstellung des Werkes am Dienstagvormittag im Kulturhaus Müller. So ist hier nicht nur ohne jegliche künstlerische Vorbildung ein beachtenswertes Plastik-Ensemble geschaffen worden, die kreative Arbeit hat dem 37-Jährigen nach langer Zeit der Arbeitslosigkeit auch wieder Vertrauen in das eigene Können zurückgegeben. Edgar Ruhm: „Die künstlerische Arbeit hat ihn selbstbewusster gemacht. Das ist die beste Basis, um in seinem Beruf wieder neu Fuß zu fassen.“

Skulpturen bis Oktober zu sehen

Die Skulpturen sind noch bis Oktober im Garten des Kulturhauses während der üblichen Öffnungszeiten sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr zu sehen.


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