Probleme bei Unterrichtsversorgung Oberschule Ganderkesee spart im AG-Bereich ein

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

An einigen Arbeitsgemeinschaften an der Oberschule in Ganderkesee wird eingespart, an anderen, an denen die Lehrkräfte nicht eingespannt sind, aber nicht. Archivfoto: Bettina Dogs-PrößlerAn einigen Arbeitsgemeinschaften an der Oberschule in Ganderkesee wird eingespart, an anderen, an denen die Lehrkräfte nicht eingespannt sind, aber nicht. Archivfoto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee. Während die Schulleitungen der Ganderkeseer Grundschulen bezogen auf die Unterrichtsversorgung wie berichtet sehr entspannt ins neue Schuljahr gestartet sind, ist es an der Oberschule dagegen „sehr anstrengend“, sagt der kommissarische Leiter Steven Behrens. Jan-Michael Braun sei dagegen zufrieden mit der Situation an der Oberschule in Bookholzberg. Vom Gymnasium gab es noch keine abschließende Einschätzung, weil laut Schulleiterin Dr. Renate Richter die Personalfragen noch nicht endgültig beantwortet sind.

Die Unterrichtsversorgung ist nicht so, wie sie eigentlich sein soll. Das hat Steven Behrens, kommissarischer Leiter der Oberschule Ganderkesee, auf dk-Nachfrage mitgeteilt. Er weiß, dass es an anderen Schulen deutlich schlechter um die Versorgung der Schüler steht. Und er möchte auch nicht auf hohem Niveau jammern. „Aber es ist schon sehr anstrengend“, so der Schulleiter, bei dem derzeit alle Fäden zusammenlaufen, nachdem sich Rektor Manfred Gliese in den Ruhestand verabschiedet hatte. Trotz der neuen Kräfte sei der Bedarf an Lehrern noch lange nicht gedeckt.

Deutliche Verbesserung erst im zweiten Halbjahr?

Die Landesschulbehörde gebe sich sicherlich Mühe, die Not bei der Unterrichtsversorgung zu lindern, sagt Behrens. Er befürchte aber, dass sich die Situation erst zum zweiten Halbjahr deutlich verbessern werde. Zumindest habe es allerdings schon Hilfe dank einer Abordnung aus der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg gegeben, um mehr Deutsch und Kunst anbieten zu können. Er hoffe allerdings zusätzlich noch auf eine Vertretungskraft, um „Deutsch als Fremdsprache“ geben zu können. Details würden derzeit noch verhandelt.

Haupt- und Realschulzweige früher

Schwierig sei die Situation an der Oberschule unter anderem deshalb geworden, weil es laut Behrens jetzt „den ganzen großen Umschwung gegeben hat“. Das heißt: Die Schule ist früher in die Haupt- und in die Realschulzweige gegangen – statt in Klasse neun jetzt schon im siebten Jahrgang. Das habe zwar den Vorteil der „schönen kleinen Klassen“. Allerdings reiche die Lehrerzahl dafür nicht ganz. Dazu kämen die kurz vor den Ferien eingetroffenen Nachrichten einiger Schüler, die vom benachbarten Gymnasium zur Oberschule wechseln wollen – „was ja eigentlich ein positives Zeichen für uns ist“, so der derzeitige Schulleiter.

Kern- und Förderunterricht darf nicht leiden

Lösungen habe er allerdings schon parat, um die Notlage zu mildern, erklärt Behrens: Es werde vor allem im Bereich der Arbeitsgemeinschaften (AG) eingespart – nicht bei den Kooperationen, sondern vielmehr dort, wo eigenes Personal eingesetzt werden müsste. Wichtig sei, dass der inklusive Unterricht nicht leidet und dass der Kern- und der Förderunterricht angeboten werden. „Und das gelingt uns auch“, ist sich der Schulleiter sicher, dem für knapp 467 Schüler insgesamt 44 Stammlehrkräfte und zweieinhalb Sozialpädagogen zur Verfügung stehen.

Schulleiter an der Ellerbäke zufrieden

An der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg stellt sich die Situation anders dar: „Ich bin zufrieden. Die Stundenpläne für alle Klassen und Jahrgänge sind voll“, sagt Schulleiter Jan-Michael Braun: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir keine Abstriche machen müssen.“ Neu dabei ist laut Braun ein ehemaliger Referendar, der jetzt zum 34 Lehrkräfte starken Stammpersonal zählt und Mathe und Bio unterrichtet. Unterstützt wird das Kollegium außerdem durch eine neue Referendarin für Mathe und Sport. Insgesamt besuchen knapp unter 400 Kinder und Jugendliche die Oberschule in Bookholzberg.

Noch keine abschließende Einschätzung am Gymnasium

Für das Gymnasium Ganderkesee könne Schulleiterin Dr. Renate Richter derzeit noch keine endgültigen Angaben machen, weil die Schulbehörde die Personalmaßnahmen noch nicht vollständig abgeschlossen habe. Der Stand jetzt: Es gebe fünf neu eingestellte Lehrer und damit 82 aktive Lehrkräfte für gut 1070 Schülerinnen und Schüler. „Abordnungen an andere Schulen sind zurzeit nicht vorgesehen“, so die Schulleiterin.

Mehr über die Unterrichtsversorgung an den Ganderkeseer Grundschulen im Vergleich zu den Delmenhorster Grundschulen lesen Sie hier.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN