Verhandlung in Wildeshausen Stammgast im Amtsgericht: Zum vierten Mal innerhalb eines Jahres verurteilt

Von Ole Rosenbohm

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Ein 23-Jähriger wurde ohne Führerschein und Versicherung geblitzt. Das hatte Konsequenzen. Symbolfoto: Michael GründelEin 23-Jähriger wurde ohne Führerschein und Versicherung geblitzt. Das hatte Konsequenzen. Symbolfoto: Michael Gründel

Wildeshausen. Ein 23-jähriger Mann aus Großenkneten ist derzeit Stammgast im Amtsgericht Wildeshausen.

Ein 23-jähriger Mann aus Großenkneten ist derzeit Stammgast im Amtsgericht Wildeshausen. 2017 war er zweimal zu Geldstrafen wegen Diebstahls und Betrugs verurteilt worden, Ende Juni zu vier Monaten auf Bewährung, weil er zu der Gruppe gehörte, die mit einem Personenwagen einen Zigarettenautomaten aus seiner Verankerung auf dem Ahlhorner Dorfplatz gerissen hatten.

Jetzt folgte sein Prozess wegen dreimaligen Fahrens ohne Führerschein in nicht versicherten Autos. Verurteilt wurde er dafür – analog zum Antrag der Staatsanwaltschaft – zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen a 30 Euro plus einer zehnmonatigen Sperre für die Erteilung eines Führerscheins.

Das Urteil zum Automatenraub spielte für das Strafmaß keine Rolle, da die jetzt angeklagten Taten vorher begangen wurden. Nachgewiesen wurden ihm Fahrten im Juli 2016 sowie zweimal Ende 2017.

32 Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tacho

Zweifel darüber gibt es nicht, auch wenn der Angeklagte die Fahrt aus 2016 erst abstritt, dann aber kleinlaut beigab, als die Richterin ihm postwendend ein Blitzerfoto präsentierte, das den Angeklagten mit 32 Kilometern pro Stunde zu viel auf dem Tacho in einer Baustelle auf der A1 zeigte. Ja, sagte er doch, zu der Zeit sei er mit dem Auto häufig zur Arbeit nach Bremen gefahren.

Zweifellos hat der junge Mann Probleme: Wegen Streitereien mit dem Vater habe er Monate in Autos genächtigt, sagte er. Als die Nachbarn aber begannen ob des ungewöhnlichen Zuzugs komisch zu gucken, habe er seinen Wohnort umparken müssen. Auch wenn die Kennzeichen an den Wagen nie zu dem Auto gehörten und auch keine Steuerplakette besaßen – abgesehen von einem Paar lettischer Nummernschilder, die erst von ihrem regulären Pkw entwendet worden waren und dann befestigt am Auto des Angeklagten auftauchten.

Angeklagter hat empfindliche Geldstrafe zu zahlen

Weil ihm der Diebstahl nicht nachzuweisen war (das Auto nutzte zu dem Zeitpunkt auch ein Freund) stellte das Gericht diesen Fall ein. Zu einer empfindlichen Geldstrafe langte es auch so. Er hat allerdings auch noch andere abzuzahlen. Immerhin hat der Mann seit einigen Wochen wieder einen Job und wohnt nicht mehr im Auto.


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