Baumschutz in Ganderkesee Artenvielfalt in Bäumen nur mit teurer Pflege zu halten

Von Reiner Haase

Wolfgang Barkemeyer (2. von links) lieferte Ratsmitgliedern der SPD und der Grünen auf seinem von großen Bäumen geprägten Grundstück in Bookholzberg Argumente für den Baumschutz. Foto: Reiner HaaseWolfgang Barkemeyer (2. von links) lieferte Ratsmitgliedern der SPD und der Grünen auf seinem von großen Bäumen geprägten Grundstück in Bookholzberg Argumente für den Baumschutz. Foto: Reiner Haase

Bookholzberg Das Bookholzberger Ehepaar Barkemeyer leistet sich teure Baumpflege, weil es sich über die Artenvielfalt freut. Es ist überzeugt davon, dass mehr Unterstützung seitens der Gemeinde den Baumschutz fördern würde.

Beatrix und Wolfgang Barkemeyer haben am Sonnabend auf ihrem Grundstück an der Nutzhorner Straße in Bookholzberg flammend für den Baumschutz plädiert. Und sie haben ihren Zuhörern, Ratsmitgliedern der SPD und der Grünen, eine deutlche Warnung mit auf den Weg gegeben: „Wenn ringsum immer mehr Bäume verschwinden, fegt der Wind ungebremst in die Kronen. Dem Druck ist das Wurzelwerk unserer Bäume nicht gewachsen“, fürchtet Wolfgang Barkemeyer.

Eule auf Fenstersims

Die Gemeinde Ganderkesee hat etliche der mehr oder weniger mächtigen Eichen, Buchen und Kastanien auf dem Grundstück der Barkemeyers schon vor Jahren unter Schutz gestellt. „Davor bin ich gewarnt worden, als ich das Grundstück erworben habe“, berichtet Barkemeyer. Die Warnung war überflüssig. „Wir lieben die Bäume“, betont Beatrix Barkemeyer. Und das, was zwischen, unter und über ihnen lebt, noch dazu: Hasen und Kaninchen zum Beispiel, Spechte und Fledermäuse. „Gerade erst hat eine Eule auf dem Sims des Schlafzimmerfensters gesessen“, erzählt die Bookholzbergerin, die mit ihrem Mann jüngst den Neubau im Randbereich des Grundstücks zum Neubaugebiet Bargup bezogen hat.

Kettensägen angeworfen

„Wir müssen den Baumschutz in irgendeiner Form erhalten“, sagt SPD-Fraktionschef Werner Brakmann mit Blick auf Diskussionen in den Ratsgremien in den Monaten vor der Sommerpause, die aller Voraussicht nach in Kürze fortgesetzt werden. Wie berichtet, hat die Gemeindeverwaltung viele Jahre lang bedrohte Bäume zunächst vorläufig und dann nach sorgfältiger Prüfung und Ratsbeschluss endgültig unter Schutz gestellt. Eine Ratsmehrheit aus CDU, FDP, FW und UWG hat das Verfahren zuletzt mehrfach ausgehebelt. „Die Folge haben wir erlebt: Bürger haben die Kettensägen angeworfen“, so Brakmann. „Den Wert eines Baumes machen mehr Faktoren als nur der Stammumfang aus“, ergänzt Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne).

Eigentümer brauchen Unterstützung

Wolfgang Barkemeyer hat in den letzten zehn Jahren 6000 Euro für professionelle Baumpflege und Baumgutachten ausgegeben. „Dafür brauchen die Eigentümer Unterstützung“, betont er. SPD und Grüne wollen diese Forderung ins Rathaus mitnehmen.


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