Lehre im Einzelhandel In Ganderkeseer Logistikzentrum starten 137 Netto-Azubis

Von Birgit Stamerjohanns

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137 Auszubildende im Einzelhandel besichtigen das Ganderkeseer Netto-Logistikzentrum. Foto: Birgit Stamerjohanns137 Auszubildende im Einzelhandel besichtigen das Ganderkeseer Netto-Logistikzentrum. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. Bei Netto haben 137 Auszubildende ihre Lehre im Einzelhandel begonnen. Zum Einstieg sahen sie sich das Logistikzentrum des Unternehmens an.

„Mir ist ein bisschen kalt“, meint Anna-Lena und reibt sich über die nackten Arme. Eine glatte Untertreibung, denn die Gänsehaut auf ihren Schultern ist unübersehbar. Anna-Lena zittert. Vor einer halben Stunde hat die Auszubildende noch bei 42 Grad in der prallen Sonne vor dem Netto-Logistikzentrum im Ganderkeseer Gewerbegebiet Grüppenbühren an der Autobahn A28 gestanden – fürs Gruppenfoto mit ihren neuen Kollegen. Nun verfolgt sie im Inneren der riesigen Halle bei Minus 22 Grad, was Warenwirtschaftsleiter Lars Fuhrich über die Tiefkühl-Ware in den Regalen erzählt. Um sie und ihre neuen Kollegen herum brausen Lagerarbeiter, die mit Gabelstablern Paletten bewegen. Die tragen Wollmützen, Schals und gefüttere Jacken, von einigen sind nur noch die Augen zu sehen. „Das ist die Abteilung mit den wenigsten Krankmeldungen“, berichtet Lars Fuhrich, „bei diesen Minusgraden überlebt keine Bazille“. Anna-Lena ist trotzdem froh, als sie den Tiefkühlbereich nach einigen Minuten wieder verlassen darf.

Abschluss der Welcome-Days

Der Rundgang durch das Netto-Logistikzentrum bildet den Abschluss des Welcome-Days für die angehenden Einzelhandelskaufleute. 137 Schulabgänger haben bei dem Handelsriesen in der Region Nordwest angefangen. Sie werden in Filialen von Norderney bis Osnabrück arbeiten. Vorher aber sollen sie in dem 2014 fertig gestellten Logistikzentrum direkt an der Autobahnabfahrt Ganderkesee-Bookholzberg sehen, wo die Wage lagert, die später in den Filialen landet. Im November 2014 ist die Lagerhalle fertig gebaut worden, 42 500 Quadratmeter überdachte Fläche, der Außenbereich ist dreimal so groß. An den Seiten rings herum um das Gebäude: 119 Tore, an denen die LKW be- und entladen werden – rund um die Uhr.

400 Lager-Mitarbeiter

Weiter geht die Führung im Trockenlager. „In dieser Halle ist die Decke 15 Meter hoch“, sagt Lars Fuhrich und weist auf die Regalschluchten, in denen Thermo-Multikocher neben Feuerlöschern und Windelpaketen liegen. Wer Waren aus den obersten Regalen holt, muss sehr sicher Gabelstapler fahren können. Knapp 400 Mitarbeiter arbeiten bei Netto im Lager und kommissionieren Waren: „Unsere Mitarbeiter sind mit Kopfhörern ausgestattet.“, sagt Lars Fuhrich, „Sie bekommen genau gesagt, welche Waren sie von wo holen und auf die Paletten stapeln sollen.“ Die bepackten Paletten werden dann in die Netto-Filialen im Nordwestern Deutschlands geliefert. Am meisten Respekt hat Lars Fuhrich vor den Kommissionierern, die in der Gemüseabteilung arbeiten: „Die bewegen am Tag rund 10 Tonnen, weil beispielsweise Kartoffelsäcke oder Melonenkisten so schwer sind.“ Denn auch wenn sich vieles mit dem Gabelstapler bewerkstelligen lässt – beim Paletten-Packen ist Handarbeit gefragt.

Lehre ohne Lager

„Ich habe auch schon einmal in einem Lager gearbeitet und Waren kommissioniert“, sagt Saskia, „aber da hatte ich mit Kleidung zu tun. Das hier ist neu für mich!“ Während ihrer Ausbildung werden sie und ihre Kollegen aber nicht im Lager arbeiten. Dafür finden die Schulungen und Fortbildungen am Standort in Ganderkesee statt. In den Büros über dem Logistikzentrum.


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