Weiterhin Rettungswege zugeparkt Ärger um Falschparker am Sielingsee reißt nicht ab

Von Thomas Deeken


Hohenböken. Anscheinend können viele Autofahrer, die sich auf einen Badespaß im Sielingsee in Hohenböken freuen, Verkehrszeichen nicht mehr richtig deuten. Viele Fahrzeuge stehen nach wie vor im absoluten Halteverbot und würden Rettungsfahrzeuge im Notfall behindern.

Wieder Ärger mit vielen Falschparkern auf der Straße Am Zollbaum in Richtung Sielingsee in Hohenböken – das hat Sascha Brockmeyer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Ganderkesee über Facebook gepostet, nachdem er am Sonntag am See Dienst geschoben hatte. Seinen Angaben zufolge hatten nicht nur viele Autofahrer ihren Wagen im absoluten Halteverbot geparkt. Es sei außerdem die Einfahrt zum See so zugestellt gewesen, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall nicht zum Badesee hätten fahren können.

Immer noch zu viele im Halteverbot

Die Lage sei gegenüber früher zwar insgesamt schon deutlich besser geworden. „Statt 40 bis 50 Autos stehen nun zu Spitzenzeiten nur noch zehn bis 20 Wagen auf den Zufahrtswegen für die Rettungskräfte“, schreibt Brockmeyer. Aber ein Auto allein reiche auf dem schmalen Weg aus, um Feuerwehr und Rettungsdienst den Zugang zu versperren.

Mühe für Geländewagen

Wie schwierig die Lage allein schon durch größere DLRG-Fahrzeuge sei, habe der Lebensretter am Sonntag gesehen: Weil der VW-Bus, mit dem die DLRG am Strand war, am Sonntag aus eigener Kraft nicht mehr wegfahren konnte, sollte ein Geländewagen den Bus aus dem weichen Sand rausziehen. „Dabei handelte es sich zwar nur um ein dreieinhalb Tonnen schweres Fahrzeug“, so Brockmeyer. Aber auch dieser Wagen habe nur mit Mühe und Not zum See fahren können. Ein deutlich schweres Rettungsfahrzeug hätte nicht heranfahren können. Darüber hinaus sei auch die Zufahrt zum Feld für landwirtschaftliche Arbeiten nicht möglich gewesen.

Einsatz der Feuerwehr

Bereits am Vortag hatte es gegen 17.40 Uhr einen Einsatz für die Feuerwehr Bookholzberg am See gegeben, weil sich ein junges Mädchen nicht mehr alleine aus einer Umkleidekabine befreien konnte. „Weil wir die Probleme mit den Falschparkern kennen, schicken wir zum Sielingsee immer gleich zwei Fahrzeuge raus“, informiert Ortsbrandmeister Carsten Drieling – ein kleineres wendiges Fahrzeug, das von der B212 kommt, sowie den großen Einsatzwagen, der den Umweg über die Dorfstraße fahren muss und dabei viel Zeit verliert. Diese Minuten würden im Notfall fehlen. In diesem Fall sei das Leben des Mädchens allerdings nicht bedroht gewesen.

„Katastrophale Parksituation“

Polizeisprecher Albert Seegers spricht von einer bekannten „katastrophalen Parksituation“ am Sielingsee. Die Polizei sei regelmäßig vor Ort, um zu kontrollieren und die Nummernschilder aufzuschreiben. „Wenn Fahrzeuge im absoluten Halteverbot stehen und Rettungsfahrzeuge behindern, kostet das 60 Euro Strafe. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg“, erläutert Seegers. Als „letztmögliche Maßnahme“ könne das Fahrzeug auch abgeschleppt werden. Das koste während des Tages am Wochenende zwischen 200 und 250 Euro. Die Fahrzeuge könnten dann von den Höfen der Abschleppbetriebe abgeholt werden. Die Informationen gebe es von der Polizei. „Die Autofahrer rufen dann ohnehin bei uns an, weil sie glauben, ihr Wagen sei gestohlen worden“, so der Polizeisprecher.


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