Zur Verkehrssituation in Hoykenkamp „Können mit Teillösung erst einmal leben“

Von Dirk Hamm

Sieht den Ausbau der Fockestraße als überfällig an: Hartmut Fastenau, Vorsitzender des Ortsvereins Hoykenkamp. Foto: Dirk HammSieht den Ausbau der Fockestraße als überfällig an: Hartmut Fastenau, Vorsitzender des Ortsvereins Hoykenkamp. Foto: Dirk Hamm

Hoykenkamp. Die Verkehrssituation rund um Hohenborn und Fockestraße im Ganderkeseer Ortsteil Hoykenkamp bleibt für die Anwohner unbefriedigend. Der Teilausbau und die Querspange haben aber auch Entlastung vom Schwerlastverkehr gebracht.

Irgendwie ist es nichts Halbes und nichts Ganzes: Wer mit dem Auto oder Fahrrad auf dem Hohenborn und der Fockestraße in Hoykenkamp unterwegs ist, fährt streckenweise auf einer gut ausgebauten Straße, um plötzlich auf eine Schlaglochpiste zu wechseln. Für Hartmut Fastenau ein alles andere als befriedigender Zustand: „Man kann doch nicht von da bis da ausbauen und dann aufhören.“

Sowohl der obere Teil der Straße Am Hohenborn zwischen Bahnübergang und Schierbroker Straße als auch der untere Abschnitt der Fockestraße von der Bahnstation Hoykenkamp bis zum Mittelweg präsentieren sich in bedauernswertem Zustand. „Hier haben immer nur Reparaturarbeiten mit Bordmitteln stattgefunden. Nach ein, zwei Jahren ist durch Regen und Frost alles wieder hinüber“, beklagt der Vorsitzende des Ortsvereins Hoykenkamp.

Fragen zur Ausbaufinanzierung noch offen

Der 66-Jährige ist an der Fockestraße zu Hause, dort, wo sich die Straße in einwandfreiem Zustand befindet. Das sollte nach den Plänen der Gemeinde in absehbarer Zukunft auch für die restliche Strecke gelten, voraussichtlich 2019 soll der weitere Ausbau der Fockestraße erfolgen. Offen ist jedoch noch die Frage der Finanzierung. Der Knackpunkt lautet: Handelt es sich um einen Erstausbau und müssen mithin die Anwohner für die Straßenbaumaßnahme nach geltendem Recht den größten Batzen zahlen? Nach Auskunft von Bürgermeisterin Alice Gerken läuft derzeit eine entsprechende juristische Prüfung. Auch ein Termin für die zu diesem Thema ins Auge gefasste Anwohnerversammlung stehe noch nicht fest.

Mit Teilausbau schon einen großen Schritt weiter

Dass das Glas durchaus nicht leer, sondern halb voll ist im Hinblick auf die Verkehrssituation rund um Hohenborn und Fockestraße, betont Hartmut Fastenau. Er nennt konkret den erfolgten Teilausbau der beiden Straßen, den Bau der Querspange als Verbindung entlang der Bahn und den Ausbau der Bahnstation Hoykenkamp inklusive Fahrradcontainer. „Damit sind wir schon einen Riesenschritt weiter, es sind Meilensteine. Mit dieser Teillösung können wir erst einmal leben“, sagt Fastenau. Die Querspange habe die Fockestraße, die östlich der Bahn eine reine Wohnstraße ist, vom Schwerlastverkehr von und zu den beiden großen Werken Palfinger Tail Lifts und Neuhaus Neotec entlastet. „Manchmal verirrt sich mal ein Lastwagen hierhin, aber es hat sich positiv entwickelt.“

Gefährliche Situation für Kinder am Hohenborn

Weniger optimistisch klingen Einschätzungen von Anwohnern am Hohenborn. Christian Kruse ist mit seiner Autowerkstatt am bereits ausgebauten unteren Abschnitt der Straße ansässig. „Die Anwohner haben viel Geld für den Ausbau bezahlt, und die beiden Werke klopfen sich auf die Schulter“, meint der Kfz-Meister. Zwar sei es eine Verbesserung, dass die Laster sich nicht mehr durch die Straße Am Sportplatz mit der dortigen Bushaltestelle Richtung Autobahn zwängen müssen. Die andere Seite der Medaille sei aber eine deutlich höhere Durchgangsgeschwindigkeit der Fahrzeuge auf dem Hohenborn, vor allem für Kinder sei das gefährlich.

Auch im oberen, noch nicht ausgebauten, aber inzwischen mit einer Teerschicht versehenen Teilstück des Hohenborn bereitet die überhöhte Geschwindigkeit vieler Verkehrtsteilnehmer Sorgen, wie eine Anwohnerin berichtet: „Die können oben vor der Bahn schön Schwung holen und knallen bei uns dann mit 80 Stundenkilometern in die Tempo-30-Zone.“


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