Auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde Ganderkesee will Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten

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„Wir wollen den Verbrauchern und Unternehmen in Ganderkesee aufzeigen, wie sie durch ihre Entscheidung für fair gehandelte Produkte einen wirkungsvollen Beitrag zur Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit leisten können.“ Das hat Christian Siedenstrang, Sprecher der Fairtrade-Steuerungsgruppe, die mit Ganderkesee den Titel Fairtrade-Gemeinde im Visier hat, im dk-Interview gesagt.

Herr Siedenstrang, die Ganderkeseer Grünen hatten vor knapp einem Jahr beantragt, dass die Gemeinde sich an der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns“ beteiligen soll, um den Titel Fairtrade-Gemeinde anzustreben. Im Februar kam von Klimaschutzmanager Lars Gremlowski und Ihnen das Startsignal. Was ist seitdem passiert?

Ein ganz wichtiger erster Schritt wurde mit der Bildung der Steuerungsgruppe gemacht. Sie initiiert und koordiniert die Aktivitäten zum Thema Fairer Handel. Seitdem arbeiten wir akribisch auf den nächsten Schritt zu. Wir wollen alle Bedingungen erfüllen und die Nachweise für den Fairtrade-Titel einreichen.

Was heißt das genau?

Für die Teilnahme müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Mindestzahl der teilnehmenden Geschäfte und gastronomischen Betriebe. Sie richtet sich nach der Einwohnerzahl. In der Gemeinde Ganderkesee ist die Teilnahme von mindestens sieben Geschäften des Einzelhandels – zum Beispiel auch Floristen – und von vier Gastronomiebetrieben erforderlich. Teilnehmen können sie bereits, wenn sie mindestens zwei Fairtrade-Produkte im Sortiment führen. Bei Floristen genügt bereits ein Fairtrade-Produkt.

Zielt das nur in die gewerbliche Richtung?

Nein. Von Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen sollte auch jeweils mindestens eine mitmachen. Dabei ist entscheidend, mindestens zwei Fairtrade-Produkte regelmäßig anzubieten oder zu konsumieren. Zudem sollte das Engagement mit Bildungsaktivitäten verbunden werden. Übrigens auch die regelmäßige Berichterstattung der örtlichen Medien über die Kampagne ist ein Kriterium für die Auszeichnung mit dem Titel.

Wer macht derzeit alles mit?

Zu den Teilnehmern möchten wir erst etwas Näheres sagen, wenn alle Gespräche abgeschlossen sind. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe gehen gezielt auf potenzielle Mitstreiter zu. In persönlichen Gesprächen mit Einzelhändlern, Gastronomen und Einrichtungen geben wir Informationen weiter und beraten parallel darüber, wie man mitmachen kann. Derzeit sieht es so aus, dass wir die Mindestanzahl erreichen werden. Aber wir freuen uns über jeden weiteren Akteur und eine immer größere Bekanntheit unserer Kampagne. Besonders über weitere Einrichtungen wie Kirchen, Vereine und Schulen würden wir uns sehr freuen.

An wen kann man sich wenden, um mit dabei zu sein?

Interessierte können sich gerne bei mir im Rathaus unter Telefon (04222) 44208 oder per E-Mail an c.siedenstrang@ganderkesee.de melden.

Was bedeutet Fairtrade-Gemeinde für Ganderkesee?

Mit der Erlangung des Titels Fairtrade-Gemeinde kann Ganderkesee ein deutliches Zeichen für gerechtere Produktionsbedingungen sowie soziale und umwelt-schonende Herstellungs- und Handelsstrukturen setzen. Dieser Titel ist aber nicht das alleinige Ziel, und das Projekt ist dann damit nicht abgeschlossen. Wir sehen es als Signal für weiterführendes Engagement. Wir wollen weitere Akteure über fairen Handel informieren, zum Mitmachen und Nachdenken animieren. Wir wol-len den Verbrauchern und Unternehmen in Ganderkesee aufzeigen, wie sie durch ihre Entscheidung für qualitativ hochwertige und vor allem fair gehandelte Pro-dukte einen wirkungsvollen Beitrag zur Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit leisten können. Darüber informieren wir auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen.

Zum Beispiel?

Wir waren beim Sommerabend der Werbegemeinschaft Ganter-Markt mit einem Gemeinschaftsstand von Weltladen, Kornkraft und der Gemeinde dabei. Bei solchen Aktionen kommen wir hervorragend mit Besuchern ins Gespräch, können informieren und den Fairtrade-Gedanken näher bringen. Beim Sommerabend haben wir beispielsweise Fairtrade-Kaffee kostenlos ausgeschenkt. Viele Besucher waren über den Kaffee und den kleinen Einblick in die Vielfalt von Fairtrade-Produkten positiv überrascht. Solche Veranstaltungsformate wollen wir auch in Zukunft nutzen, um die Kampagne mit Leben zu füllen. Nächster Termin ist der Herbstmarkt. Aber es sind auch noch weitere Aktionen in Planung.

Wie ist die weitere Vorgehensweise?

Ein fester Zeitplan wurde nicht vorgegeben. Doch unser Ziel ist es, bis zum Ende dieses Jahres alle geforderten Nachweise zur Fairtrade-Gemeinde zu erbringen und einzureichen. Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, erhält die Gemeinde den Titel Fairtrade-Gemeinde. Dazu gehören unter anderem eine Urkunde sowie ein Banner. Die Auszeichnung gilt für zwei Jahre. Nach Ablauf der Zeit kann der Titel erneuert werden.


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