2018 gibt’s besonders viele Wespen Wespenberater haben in Ganderkesee Hochkonjunktur

Von Birgit Stamerjohanns


Ganderkesee/Hude. In diesem Jahr sind besonders viele Wespen unterwegs. Experten raten: Die Tiere auf gar keinen Fall anpusten, das macht sie nämlich sehr aggressiv.

Als bei Heiko Pape vor einigen Wochen das Telefon klingelte, war die Aufregung am anderen Ende der Leitung groß: „Kommen Sie sofort, ein absoluter Notfall“, hieß es. „In unserem Haus sind Hunderte Wespen“. Heiko Pape ist Wespenberater der Gemeinden Ganderkesee und Hude. Anrufe von besorgten Bürgern, die aufdringliche Wespen loswerden möchten, bekommt er häufig. In diesem Fall aber sah auch Heiko Plate sofortigen Handlungsbedarf: „So viele Wespen im Haus, das ist absolut ungewöhnlich!“.

Niemals das Einflugloch verschließen

Was war passiert? Der Hausbesitzer hatte ein Wespennest an der Hauswand entdeckt und dann das getan, was man niemals machen sollte: Er hat das Einflugloch verschlossen. „Wenn Wespen eingesperrt werden, suchen sie sich jede noch so kleine Lücke nach draußen, und in diesem Fall führte die eben ins Haus“, so Heiko Pape. Die Folge: massenhaft ungebetener Besuch in Wohn-, Ess- und Schlafzimmer.

Bewohner beruhigen

Heiko Pape und seine Kollegen Wulf Carius und Thomas Tietjen sind ehrenamtliche Wespenberater. In diesem Sommer bekommen sie fast täglich Anrufe von „Wespen-Opfern“. Das warme Wetter führt dazu, dass die Wespen viele Insekten finden, um damit ihren Nachwuchs zu versorgen. „In der vergangenen Woche war ich täglich unterwegs, um Wespennester umzusetzen oder Bewohner zu beruhigen“, sagt Heiko Pape. Die Angst vor Wespen sei groß. „Jeder behauptet, er sei allergisch, damit ich das Nest entferne, aber so einfach ist das nicht“, erklärt der Wespenexperte. Die Tiere stehen unter Schutz. Nur Nester, die unmittelbar an Hauseingängen liegen, entfernen Heiko Pape und seine Kollegen.

Bei allen anderen bemühen sich die Ehrenamtlichen um beruhigende Worte und Aufklärung. „Lediglich drei Wespensorten sind lästig, alle anderen kommen gar nicht erst in die Nähe des Menschen“, erklärt Thomas Tietjen. Die Tiere, die uns an der Kaffeetafel oder beim Grillabend nerven, wollen nur ihren Hunger stillen: „Wenn die satt sind, fliegen sie weiter.“

Stich nur für sehr wenige Menschen gefährlich

Auf gar keinen Fall, so Thomas Tietjen, dürfe man die Wespen anpusten oder hektisch herumwedeln. Das mache die Tiere aggressiv. „Am besten ist es, sie zu ignorieren, bis sie wieder verschwunden sind“, sagt Wespenberater Thomas Tietjen. Er hat sich mittlerweile daran gewöhnt, ab und zu gestochen zu werden. Auch wenn ein Wespenstich natürlich schmerzhaft ist, richtig gefährlich wird er nur für sehr wenige Menschen.

Während die Wespenberater momentan mehr als in anderen Jahren zu tun haben, ist die Lage in den Bäckereien noch einigermaßen entspannt: „Wir haben aktuell zum Glück kaum Wespen um uns herum“, so Martina Weigmann von der Bäckerei Meyer Mönchhof. Sie freut sich, dass die Insekten den Verkäuferinnen die Arbeit noch nicht schwer machen. Einen verlässlichen Trick, Wespen fernzuhalten, kennt Martina Weigmann allerdings auch nicht. Viele Bäckereien und Eisdielen statten ihre Verkaufsräume im Sommer mit UV-Lampen aus. Das Licht lockt die Tiere an und sie fliegen in eine Falle.

In den kommenden Wochen werden die Plagegeister noch verstärkt Kurs auf Kuchen, Eis und Grillfleisch nehmen – erst Ende August sind dann wieder weniger Wespen unterwegs.


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