Landwirtschaft in Ganderkesee Im Schönemoorer Vorzeigestall wird das Futter knapp

Von Reiner Haase

FDP-Betriebserkundung auf dem Hof Eilers in Schönemoor: (von links) der Bundestagsabgeordnete Christian Dürr, die Ganderkeseer Vorsitzende Marion Daniel, Imke Haake vom Kreisvorstand, die Landwirtin Jana Eilers und der Agrarexperte der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Gero Hocker im im modernen, luftigen Milchkuhstall, den die Kühe tagsüber nach Belieben betreten und verlassen können. Foto: Reiner HaaseFDP-Betriebserkundung auf dem Hof Eilers in Schönemoor: (von links) der Bundestagsabgeordnete Christian Dürr, die Ganderkeseer Vorsitzende Marion Daniel, Imke Haake vom Kreisvorstand, die Landwirtin Jana Eilers und der Agrarexperte der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Gero Hocker im im modernen, luftigen Milchkuhstall, den die Kühe tagsüber nach Belieben betreten und verlassen können. Foto: Reiner Haase

Schönemoor. Der Milchviehbetrieb Eilers zehrt von den Futtervorräten aus dem Jahr 2017. Beim Besuch von FDP-Politikern wurde deutlich, dass Landwirten ergiebiger Regen lieber wäre als schnelles Geld vom Staat.

Drohende Dürre auch noch den ganzen August über: „Das mag ich mir gar nicht anhören“, ächzt Jana Eilers. Die junge Landwirtin führt mit ihren Eltern Heike und Hans-Gerd Eilers einen Milchviehbetrieb in Schönemoor. Und es ist abzusehen, dass nach Monaten praktisch ohne Regen das selbst geerntete Futter knapp wird.

Besorgnis wächst

Die Familie Eilers stellte ihren Betrieb gestern einer FDP-Delegation mit den Bundestagsabgeordneten Christian Dürr und Dr. Gero Hocker sowie Vertretern des Kreis- und Ortsverbands vor. Der Betrieb sei gerade erst mit dem Milchlandpreis „Goldene Olga“ ausgezeichnet worden für vorbildliche landwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Führung, berichtete Jana Eilers. Aktuell wächst die Besorgnis.

Dritter Grünschnitt Totalausfall

Der 85-Hektar-Hof mit 125 Milchkühen und über 100 Nachzuchtkühen erzeugt das Grundfutter – Grasschnitt und Silomais – selber. „Der erste Grasschnitt war gut. Der zweite Schnitt hat noch einen Ertrag von 50 Prozent erbracht und der dritte ist ganz ausgefallen“, berichtete sie. Das zehrt an den Silagevorräten aus dem für den Hof Eilers guten Jahr 2017. „Er sollte für ein Jahr reichen“, erklärt die Junglandwirtin. Sie hofft, dass es doch noch zu regnen beginnt und der „Schnitt 3a“ Erträge bringt. Wenn nicht, braucht der Betrieb unbedingt einen sehr guten ersten Grasschnitt 2019.

Geld und das Prinzip Hoffnung

Die Vertreter des Orts- und Kreislandvolks, die mit der FDP auf den Hof Eilers gekommen waren, haben eifrig diskutiert, ob die lauter werdenden Rufe nach schneller Milliardenhilfe des Staats der Landwirtschaft wirklich helfen. „Ein Mastbetrieb kann Kraftfutter zukaufen, das ist eine reine Frage des Geldes“, stellte der Ganderkeseer Landvolk-Sprecher Cord Wübbenhorst fest. Ein Betrieb wie der der Familie Eilers sei auf das Grundfutter aus Grasschnitt und Maisernte angewiesen. Wie Jana Eilers beim Grünschnitt setzt Wübbenhorst bei der Maisernte trotz aktuell kümmerlichen Wuchses und brauner Verfärbung aufs Prinzip Hoffnung: „Nach anderen trockenen Sommern hat der Mais noch spät Kolben ausgebildet.“


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