Ausbildungsstart in Ganderkesee Viele Jugendliche wollen lieber ins Büro

Von Vincent Buß


Ganderkesee. In vielen Betrieben starteten Jugendliche am 1. August 2018 ihre Ausbildungen. Doch im Vergleich zu den Vorjahren stagniert die Anzahl neuer Azubis vielerorts oder nimmt sogar ab.

„Es ist schwierig, Azubis zu finden – genau wie im Vorjahr“, hat Carolin Wachtendorf, Ausbildungskoordinatorin bei Meyer Technik in Ganderkesee, gestern bei der Begrüßung der neuen Azubis auf dem Betriebsgelände berichtet. Anstatt im Handwerk wollen ihrer Einschätzung nach viele Jugendliche lieber im Büro arbeiten oder studieren. „Kaufleute zu bekommen, ist kein Problem“, sagte Wachtendorf. Das habe sich auch in den Bewerberzahlen widergespiegelt: Auf nur zwei kaufmännische Ausbildungsplätze hätten sich über 100 Personen beworben.

„Auch das Gehalt spielt eine Rolle bei der Berufswahl“, erklärt Wachtendorf. Bei Meyer Technik bekämen aber alle Azubis das gleiche Gehalt und das liege zudem über dem regulären Tarif. Die Übernahmechancen für Azubis stehen laut Wachtendorf sehr gut: „Wer bleiben möchte, kann das in der Regel auch.“ Der Betrieb begrüßte 14 neue Auszubildende. Neun davon werden Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, zwei Elektroniker für Betriebstechnik, einer wird Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik, zwei Kaufleute für Büromanagement. Unter den 14 Neuzugängen befinden sich auch zwei Jahrespraktikanten und einer, der eine Einstiegsqualifizierung erlangen möchte. Diese wird auf die Ausbildung angerechnet, falls er übernommen wird.

Henrik Stubbemann freut sich auf die nächsten Jahre. Der Bookholzberger wird Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. „Ich war schon als Kind von Elektronik begeistert“, erklärt der 17-Jährige seine Berufswahl. Er habe verschiedene handwerkliche Praktika gemacht, wobei es ihm bei Meyer Technik besonders gut gefallen habe.

Bäckerei Meyer Mönchhof

Die sinkende Nachfrage nach Ausbildungen kennt auch Anika Strodthoff, leitende Ausbilderin bei der Bäckerei Meyer Mönchhof. Im vergangenen Jahr starteten ihr zufolge 14 Azubis im Betrieb. Davon zwei als Bäcker, der Rest als Verkäufer. Gestern hingegen wurden zwölf Azubis willkommen geheißen.

Der 19-jährige Kevin Schrager wird als einziger in der Backstube arbeiten. Auch ihn hat ein Praktikum im Betrieb überzeugt. Noch unbesetzte Stellen gibt es laut Strodthoff vor allem in den Filialen im Landkreis Oldenburg, der Wesermarsch und Bremen. Die Ausbilderin vermutet ebenfalls, dass viele Jugendliche studieren oder im Büro arbeiten wollten. Gerade angesichts dieser Entwicklung ist sie mit der aktuellen Anzahl an Azubis im Betrieb aber noch zufrieden.

Vereinigte Volksbank

Neue Gesichter gibt es auch bei der Vereinigten Volksbank. Antonia Zoth, Josefine Bley und Alexander Ließ werden in den nächsten drei Jahren zu Bankkaufleuten ausgebildet.

Sie starten in den Kunden- und Servicebereichen im gesamten Geschäftsgebiet. Danach wechseln sie in die internen Abteilungen der Bank, beispielsweise in den Kreditbereich. Außerdem werden die Nachwuchskräfte an Seminaren der Genossenschaftsakademie in Rastede teilnehmen. Neben den Azubis starteten gestern Mirco Frerichs und Feenja-Luisa Meinen als Jahrespraktikanten.

Rathaus Ganderkesee

Die Ausbildungsleiterinnen Irma Rüscher (links) und Nicole Timmermann (rechts) begrüßten die neuen Gesichter bei der Vereinigten Volksbank: Mirco Frerichs, Josefine Bley, Antonia Zoth, Alexander Ließ und Feenja-Luisa Meinen (von links). Foto: Kirsten Hess

Im Ganderkeseer Rathaus begannen gestern zwei junge Frauen ihre Ausbildungen zu Verwaltungsfachangestellten. Nach dem ersten Schulblock werden Monika Ring und Ellen Stubbemann die einzelnen Fachdienste und Stationen im Rathaus kennen. Louisa Schumacher hat ihre Ausbildung schon hinter sich und beginnt nun ein Verwaltungsstudium in Hannover. Dabei bleibt sie dem Ganderkeseer Rathaus für die Praxisanteile erhalten.


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