Rückwärtsfahrverbot für Großfahrzeuge Kreis Oldenburg lässt kleinere Müllwagen testen

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Niklas Kalkhoff, Auszubildender Firma Heinemann, vor dem derzeit zu Erprobungszwecken eingesetzten Müllaster Mitsubishi Fuso Canter. Foto: Thomas DeekenNiklas Kalkhoff, Auszubildender Firma Heinemann, vor dem derzeit zu Erprobungszwecken eingesetzten Müllaster Mitsubishi Fuso Canter. Foto: Thomas Deeken

Hoyerswege/Landkreis Oldenburg. Die Erprobung eines neuen Müllwagentyps durch die Firma Heinemann, die im Auftrag des Landkreises auch in der Gemeinde Ganderkesee für die Altpapierentsorgung zuständig ist, hat jetzt in Hoyerswege für Irritationen gesorgt.

Am Montagmorgen war die Leerung der Altpapiertonnen in Hoyerwege nicht, wie üblich, durch einen orangenfarbenen Laster mit der Aufschrift des Entsorgers erfolgt. Stattdessen schütteten Mitarbeiter den Tonneninhalt in einen unbeschrifteten kleinen weißen Laster mit ausländischem Kennzeichen. Daraufhin hatte sich zunächst auf Facebook die Sorge verbreitet, ausländische Wertstoffdiebe könnten es auf das Altpapier abgesehen haben.

Sorgen um „Wertstoffräuber“ unbegründet

Besorgte Bürger hatten auch die Gemeindeverwaltung darüber informiert, wie Mitarbeiterin Meike Saalfeld am Mittwoch auf dk-Nachfrage bestätigte. Doch anstelle krimineller Absichten steht eine Richtlinie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Mittelpunkt des ungewöhnlichen Geschehens.

Neue Vorschriften werden umgesetzt

„Die Entsorgungsunternehmen sollen die Abfallabholung grundsätzlich so planen, dass unfallträchtige Rückwärtsfahrten möglichst vermieden werden“, heißt es darin.

Grund: Bei herkömmlichen Großfahrzeugen können die Fahrer den Raum hinter ihren Müllwagen beim Rückwärtsfahren nur unzureichend einsehen. Deshalb war es bundesweit schon zu mehreren schweren Unfällen gekommen.

Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen Müllfahrzeuge nun nur noch vorwärtsfahren. Das, so Landkreissprecher Oliver Galeotti, kann mit den bisherigen Großfahrzeugen nicht an jeder Straße erfolgen.

420 Straßen für Großfahrzeuge problematisch

Im gesamten Landkreis Oldenburg muss nun für 420 Straßen eine Lösung gefunden werden. Diese könnte sich in Form eines kleineren und somit wendigeren Abfuhrfahrzeugs ergeben. Hinderlich an kleineren Fahrzeugen sei, so Galeotti, das ebenfalls kleinere Transportvolumen: „Diese Fahrzeuge haben keinen Wechselcontainer, sind sie voll, muss die Ladung erst auf dem Wertstoffhof ausgeleert werden.“ Das sorge für zusätzliche Fahrten.

Ob das weiße Müllfahrzeug vom Typ Mitsubishi Fuso, das ein niederländisches Unternehmen zum Test bereit gestellt hat, tatsächlich als Lösung infrage kommt, sollen die Erprobungen zeigen.


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