Vor Landgericht Oldenburg Einbruchserie: Angeklagte verweigern die Aussage

Von Ole Rosenbohm

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Ein Deal im Prozess um die Einbruchserie ist am Montag, 30. Juli, im Landgericht Oldenburg geplatzt. Symbolfoto: Michael GründelEin Deal im Prozess um die Einbruchserie ist am Montag, 30. Juli, im Landgericht Oldenburg geplatzt. Symbolfoto: Michael Gründel

Wildeshausen/Harpstedt/Oldenburg. Wegen 62 Einbrüchen sind zwei Männer vor dem Landgericht Oldenburg angeklagt. Ein Deal, der schnellere Verhandlungen ermöglicht hätte, ist am Montag, 30. Juli, geplatzt.

Im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg um eine Einbruchserie mit 62 angeklagten Fällen, darunter sieben in Wildeshausen und Harpstedt, hatten alle Prozessbeteiligten für den zweiten Verhandlungstag am Montag eigentlich eine Einigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung angekündigt – doch die Rechtsgespräche fanden erst gar nicht statt. Denn die Rechtsanwälte der beiden Angeklagten erklärten, ihre Mandanten würden auf Aussagen verzichten.

Angeklagt sind ein 46-Jähriger und ein 49-Jähriger. Laut Anklage sollen sie von November 2016 bis Dezember 2017 in den jeweiligen dunklen Monaten 62 Einbrüche vornehmlich im norddeutschen Raum verübt haben. Ausgangspunkt ihrer Taten war Hannover. Von dort ging es an die Nordseeküste, nach Schleswig-Holstein, ins Emsland, nach Hessen und bis nach Brandenburg.

Zwei weitere Personen könnten beteiligt sein

Neben den beiden Angeklagten geht die Staatsanwaltschaft von zwei weiteren Tätern aus. Beide sind flüchtig. Bei allen vier handelt es sich um Serben. Drei der Täter könnten extra wegen der Einbrüche nach Deutschland gereist sein, nimmt die Staatsanwaltschaft an. Der 46-Jährige lebt hier. Dieser soll auch bei allen Taten dabei gewesen sein – der 49-Jährige, der wegen Einbrüchen schon in Deutschland im Gefängnis saß, nur bei neun. Insgesamt soll die Gruppe Beute im Wert von rund 180.000 Euro gemacht haben.

Mit den Rechtsgesprächen wollte das Gericht um den Vorsitzenden Horst Kießler ein Strafmaß für die Angeklagten eingrenzen und im Gegenzug geständige Einlassungen erhalten. Dadurch wäre der bis Oktober angesetzte Prozess mit insgesamt 13 Verhandlungstagen erheblich vereinfacht worden. So fiele bei einem Geständnis der Angeklagten die Aufklärung der Einbruchserie natürlich deutlich leichter, als wenn in jedem Fall über Schuld oder Unschuld der Angeklagten neu entschieden werden müsste. Doch durch die Aussageverweigerung wird das Gericht wohl genau das tun müssen.


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