Geschäft mit Baggern und Radladern brummt „Sehr volle Auftragsbücher“ bei Atlas in Ganderkesee

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Sie interessierten sich am Freitag für die Bagger von Atlas in Ganderkesee: (von links) Murat Kalmis, Marion Vosteen, Christian Dürr und Ingeborg Hübscher. Atlas-Geschäftsführer Brahim Stitou (Mitte) informierte. Foto: Thomas DeekenSie interessierten sich am Freitag für die Bagger von Atlas in Ganderkesee: (von links) Murat Kalmis, Marion Vosteen, Christian Dürr und Ingeborg Hübscher. Atlas-Geschäftsführer Brahim Stitou (Mitte) informierte. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Bei Atlas brummt das Geschäft mit Baggern, Radladern und Kranen. Nach Angaben von Geschäftsführer Brahim Stitou sind die Auftragsbücher sehr voll. Das sagte er bei einem Besuch einer FDP-Delegation aus Ganderkesee und Delmenhorst.

Die Auftragsbücher sind sehr voll. Das Geschäft brummt. Das haben Brahim Stitou, Geschäftsführer von Atlas, sowie Wolfgang John, zuständig für die Finanzen im Unternehmen, am Freitag vor einer FDP-Delegation mit dem Bundestagsabgeordneten Christian Dürr an der Spitze betont. „Bis Mitte 2019 sind wir ausgebucht“, erläuterte Stitou. Das heißt: Wer heute einen Bagger, Kran oder Radlader bei Atlas bestellt, müsse etwa ein Jahr lang warten.

Stitou: Sehr gutes Level erreicht

An Personalaufstockung und Produktionserhöhung denkt die Geschäftsführung allerdings nicht. „Wir sind derzeit sehr zufrieden, haben ein sehr gutes Level. Und das wollen wir auch halten“, meinte Stitou. Zwar würden die Geschäfte jetzt sehr gut laufen, aber es könne jederzeit ein Feld wegbrechen. Das könne inzwischen sogar von heute auf morgen passieren, ergänzte John.Darüber hinaus wies Stitou darauf hin, dass „wir vor ein paar Jahren in Krisenzeiten auf Vorrat weitergebaut haben, während andere Firmen Kurzarbeit machten“.

Derzeit 230 Mitarbeiter in Ganderkesee

Das Unternehmen in Ganderkesee halte an den derzeit 230 Mitarbeitern fest. Gehe beispielsweise jemand in Rente, käme eine neue Kraft. Ausgebildet werde allerdings nicht.

Spezielle Lösungen für den Kunden

Stitou informierte bei einem Rundgang durch die Produktionshallen über Zweiwegebagger, die auf Straße und Bahn fahren können, über 26 verschiedene Baggertypen, die zwischen 150.000 und 600.000 Euro kosten, und über den „160Wblue, den „Mercedes unter den Baggern“. Er berichtete über die Montage der Großteile auf den „Hochzeitsplätzen“ in den Produktionshallen, über den Einsatz der Geräte beim Holz- oder Schrottumschlag, im Hafen, auf dem Bau und auf der Straße und darüber, dass neue Bagger und Radlader nicht in einem bestimmten Zyklus neu geschaffen würden. Vielmehr würden alle Produkte laufend aktualisiert. „Wir verkaufen spezielle Lösungen. Wir bauen das, was die anderen nicht bauen wollen. Das ist unsere Stärke. Und wenn der Kunde statt der Originalfarbe orange grün mit gelben Punkten haben will, kriegt er das“, sagte Stitou weiter und versicherte: „Die Qualität ist bei Atlas auf einem superhohen Niveau.“

Nächstes Jahr 100. Jubiläum

Das Unternehmen, das 1919 gegründet wurde und Mitte nächsten Jahres sein 100. Jubiläum feiert, wurde im Jahr 2010 von US-Investor Fil Filipov übernommen. Die damalige Terexgruppe habe 26 Jahre lang Verluste geschrieben, in der letzten Zeit sogar 2,2 Millionen Euro im Monat, erklärte der Geschäftsführer, der bereits seit 22 Jahren zum Atlas-Unternehmen gehört. Seit 2011 laufe es bei Atlas wieder profitabel.

Zahlreiche Entlassungen

Das hatte allerdings auch zahlreiche Entlassungen zur Folge: Gab es laut Stitou früher mal 750 Mitarbeiter in allen drei Werken in Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta, so sind es heute noch etwa 450.

Inzwischen erziele die gesamte Atlas-Gruppe einen Jahresumsatz in Höhe von 200 Millionen Euro, in Ganderkesee allein in Höhe von 165 Millionen. Nach Steuern gebe es eine Rendite in Höhe von etwa fünf Prozent.

900 bis 1000 Bagger pro Jahr

Insgesamt verlassen nach Angaben des Geschäftsführers pro Jahr 900 bis 1000 Bagger und Radlader sowie 2000 Lastwagen-Ladekrane die Atlas-Standorte. 40 Prozent der Bagger würden in Deutschland bleiben, 80 Prozent des weltweiten Exportes gingen in den zentraleuropäischen Raum. Bei den Kranen heißt es: ein Drittel national, zwei Drittel international – vor allem England. Problematisch seien derzeit Geschäfte mit der Türkei und mit dem Iran. Schwierig sei es darüber hinaus beispielsweise auch mit Chile oder Italien.

Abgasgesetzgebung problematisch

Darüber hinaus wies der Geschäftsführer auf eine andere große Schwierigkeit hin: Die Abgasgesetzgebung sei eine große finanzielle Herausforderung. Da müsse komplett neu konstruiert werden. Dabei sprach er von einem Entwicklungszeitraum von rund zweieinhalb Jahren und einem finanziellen Aufwand von mehreren Millionen Euro.

Mehr zum Unternehmen Atlas in Delmenhorst lesen Sie hier.


Zahlen und Fakten:

Die AtlasGmbH wurde 1919 durch Hinrich Weyhausen in Delmenhorst gegründet. Seit März 2010 ist Filip Filipov Eigentümer des Unternehmens. Hauptstandort ist inzwischen Ganderkesee. Das Gelände ist bis vor Kurzem noch 115.000 Quadratmeter groß gewesen (Produktion: 38500 Quadratmeter, Lager: 7800 Quadratmeter). Neu hinzu gekommen sind 12.000 Quadratmeter direkt am Produktionsstandort, auf denen ein „Spielplatz für Bagger“ entstehen soll, wie Geschäftsführer Brahim Stitou informiert. Die Arbeiten haben dort bereits begonnen, im April nächsten Jahres soll der „Spielplatz“, auf dem Krane, Bagger und Radlader getestet openair werden, fertig sein. Danach soll auch groß das 100. Firmenjubiläum gefeiert werden.

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