Sommercamp Rotary Club Völkerverständigung im Holler Umweltzentrum

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Teilnehmerin Marina aus Tschechien schiebt die ersten vegetarischen Burger in den Ofen. Foto: Marie BusseTeilnehmerin Marina aus Tschechien schiebt die ersten vegetarischen Burger in den Ofen. Foto: Marie Busse

Hollen. Zwei Wochen lang besuchen Jugendliche aus aller Welt die hiesige Region. Beim Regionalen Umweltzentrum (RUZ) in Hollen diskutieren sie über Lebensmittelverschwendung.

Was bewegt 16 Jugendliche aus aller Welt, ihre Ferien anstatt am Strand, in Niedersachsen zu verbringen? Sie wollen gemeinsam mit anderen Schülern und Studenten mehr über das Thema Klimawandel erfahren – und das in einem zweiwöchigen Sommercamp des Rotary- Clubs. Gestern machten sie daher Halt im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) in Hollen.

„Lebensmittelverschwendung beeinflusst den Klimawandel und daher hat sich das RUZ als Station angeboten“, erklärte Marina Becker-Kückens, Geschäftsführerin des RUZ, den Tag in Hollen. Organisiert wird das Sommercamp durch die Rotary-Clubs in Ganderkesee, Hude, Delmenhorst, Wildeshausen und Vechta, von denen jeder Club einen Tagesausflug gestaltet. Die Teilnehmer reisten aus Taiwan, Brasilien, Moldawien, Tschechien, Indien, Mexiko, Türkei, Thailand und Ägypten an.

Diskussion über Lebensmittelverschwendung

An verschiedenen Stationen lernten sie die richtige Lagerung von Lebensmitteln kennen und diskutierten über den Umgang mit Lebensmitteln mit Schönheitsfehlern. „Den Teilnehmern aus Asien war diese Diskussion vollkommen fremd. Sie bewerten die Lebensmittel nicht nach diesen Kriterien“, sagte Franziska Mählmann, die die Gruppe während ihres Aufenthalts betreut. Es sei nur wichtig, ob die Lebensmittel essbar sind.

Gemeinsames Kochen

Auch beim Thema Wassereinsatz für Fleisch wurden schnell unterschiedliche Sichtweisen deutlich. „Für einen Hamburger benötigt man 2500 Liter Wasser“, erläuterte Mählmann den Ausgangspunkt der Diskussion und ergänzt: „Einige Teilnehmer plädierten sofort dafür, das Wasser, anstatt für Fleisch für Gemüseanbau zu verwenden.“ Andere sahen in dem hohen Wasserverbrauch kein Problem. Um dennoch eine umweltfreundliche Alternative zum wasserintensiven Burger zu bieten, kochten die Teilnehmer zum Abschluss gemeinsam einen vegetarischen Burger, denn auch die Geselligkeit soll in den zwei Wochen nicht zu kurz kommen.

Konzept auf Schulen übertragen

„Das englischsprachige Konzept ist sehr gut aufgegangen. Wir könnten uns vorstellen, es auch in Schulen umzusetzen“, blickt Becker-Kückens voraus, ist jedoch auch kritisch: Es sei fragwürdig, wenn die Teilnehmer tausende Flugmeilen auf sich nehmen, um über Klimawandel zu sprechen. „Viele reisen nach dem Camp allerdings weiter und nicht direkt zurück“, erklärte die RUZ-Geschäftsführerin.

Für die Camp-Teilnehmer geht es erst einmal in Norddeutschland weiter in Sachen Klimaschutz: Bevor sie am Sonntag abreisen, geht es noch zur Algenfarm nach Ahlhorn und zum Klimahaus nach Bremen.


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