Trotz Hitzewelle Besucherandrang im Ganderkeseer Saunahuus

Von Birgit Stamerjohanns


Ganderkesee. Viele Gäste nehmen selbst längere Anfahrten in Kauf, um trotz der Hitzewelle im Ganderkeseer Saunahuus zu schwitzen.

Hitze ist ein relativer Begriff. Sandra Rixmann findet die 34 Grad im Schatten recht frisch. Kein Wunder, an ihrem Arbeitsplatz ist es noch 50 Grad wärmer. Im Saunahuus hat Sandra Rixmann hat ihre Gäste gerade im „Utkiek“ mit einem Blütenzauber-Aufguss verwöhnt. Sechs bis acht Mal pro Schicht gießt die Saunameisterin mit ätherischen Ölen versetztes Wasser auf einen glühend heißen Saunaofen und verwirbelt den aufsteigenden Dampf anschließend mit einem Fächer.

Obst oder Joghurt zur Erfrischung

Manchmal reicht sie den Saunagästen Obst oder Joghurt zur Erfrischung. Rund eine Viertelstunde dauert die Prozedur. Nach dem Aufguss rinnt nicht nur bei den Gästen, sondern auch bei Saunameisterin Rixmann der Schweiß. „Da empfindet man die Luft draußen geradezu als erfrischend“, sagt sie. Auch im Hochsommer.

Fünf Saunen stehen im Saunahuus zur Auswahl - von der Kräutersauna „Krüderköök“ mit vergleichsweise harmlosen 55 Grad bis hin zum „Sweethuus“, das mit 95 Grad seinem Namen alle Ehre macht.

Beliebt sind sie alle gleichermaßen, auch wenn es draußen heiß ist. Durchschnittlich 60 bis 70 Besucher kommen momentan jeden Tag, um noch mehr zu schwitzen, als sie es bei der Wärme ohnehin schon tun. Zum Beispiel Saskia Nolte und ihre Freundin Jorine Pilkes. Am Morgen haben die beiden noch gelost, was sie an ihrem freien Tag unternehmen. Den Zoo am Meer in Bremerhaven hatten sie auch in Betracht gezogen. Aber die Wahl fiel auf das Saunahuus. „Das hat sich total gelohnt“, sind sich die beiden Frauen aus Kirchseelte einig.

Nach insgesamt sechs Saunagängen haben sie es sich im Garten auf zwei Liegen unter einem Sonnenschirm bequem gemacht und genießen die Ruhe. „Das Ambiente ist einfach toll, die Anlage liebevoll angelegt und wirklich gut durchdacht“, findet Saskia Nolte.

„Unsere Gäste sagen immer wieder, dass ein Tag bei uns wie Urlaub ist“, berichtet Henry Peukert, Geschäftsführer der Bäder- und Saunabetriebsgesellschaft.

Vor allem die Liegeplätze im Saunagarten stehen im Sommer hoch im Kurs: Gänzlich unbekleidet lässt sich hier die Sonne genießen, während hinter dem Zaun das hochsommerliche Freibad-Gewusel lärmt. „Viele Gäste bringen Badesachen mit und schwimmen zwischen den Saunagängen einige Bahnen im Freibad, um sich abzukühlen“, so Henry Peukert. Auch im Saunagarten selbst gibt es einen Pool.

Sauna mit rund 130 Besuchern voll

Abends zünden die Mitarbeiter dann ein Feuer und Fackeln im Saunagarten an, auch Essen und Trinken lässt sich dort bestellen. „Da bleiben die Gäste gern bis spät abends sitzen und genießen das Ambiente“, sagt der Saunahuus-Geschäftsführer. An einem brütend heißen Sonntag vor einigen Wochen mussten die Mitarbeiter an der Kasse sogar Gäste abweisen, weil die Sauna mit rund 130 Besuchern bereits voll war: „So etwas haben wir im Sommer noch nie erlebt!“ Henry Peukert hofft, dass sich der Saunagarten im Zuge des Freibadumbaus vergrößern lässt, Gespräche mit der Gemeinde laufen. Denn Schwitzen in Ganderkesee ist beliebt – der Geschäftsführer rechnet mit 40.000 Saunagästen bis Dezember.

Veronika Regnery geht jede Woche in die Sauna. Egal ob es draußen 30 Grad sind oder Minus 10, sie mag es richtig heiß: „Ich liebe die finnische Sauna“, so die Hoykenkamperin, die nicht nur in Ganderkesee, sondern ab und zu auch in Delmenhorst schwitzt.

Eine etwas weitere Anreise als sie hatte Elfriede Meerjans, die am Vormittag aus Frisoythe gekommen ist. „Meine Tochter hat heute Urlaub und zusammen wollten wir uns etwas Schönes gönnen!“

Elfriede Meerjans verbindet Entspannung mit einem kleinen Sportprogramm – sie hat schon mehrere Bahnen im Freibad zurückgelegt.


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