Gericht: Angeklagter schuldunfähig Geschäftsmann überführt in Harpstedt Automarder

Von Ole Rosenbohm

Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen hat das Amtsgericht Wildeshausen jetzt ein Verfahren gegen einen 23-Jährigen aus Scheeßel eingestellt  Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaNach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen hat das Amtsgericht Wildeshausen jetzt ein Verfahren gegen einen 23-Jährigen aus Scheeßel eingestellt Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Wildeshausen/Harpstedt. Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen hat das Amtsgericht Wildeshausen jetzt ein Verfahren gegen einen 23-Jährigen aus Scheeßel eingestellt, der die Scheibe eines Autos zertrümmert hatte und aus dem Wagen ein Notebook und eine Powerbank, eine mobile Ladestation, geklaut haben soll.

Überführt wurde der Mann mithilfe eines Computer-Fachgeschäft-Inhabers aus Harpstedt.

Zugetragen hatte sich der Fall in der Nacht auf den 1. Juli 2017. Noch am selben Samstag versuchte der junge Mann, das Notebook im Harpstedter Computergeschäft zu verkaufen. Dessen Inhaber wurde aber spätestens dann misstrauisch, als der 23-Jährige das Geräte-Passwort nicht kannte und dafür die wenig glaubhafte Begründung lieferte, er habe Streit mit seinem Bruder und wolle ihm eins auswischen.

Der Fachgeschäft-Inhaber ging zum Schein auf eine Verhandlung ein, sagte er vor Gericht aus. Er machte mit dem Angeklagten aus, das Gerät über das Wochenende begutachten zu wollen und überließ ihm sogar eine vom 23-Jährigen geforderte Anzahlung von 50 Euro. Bei näherer Prüfung fand der Computerspezialist heraus, wem der tragbare Rechner tatsächlich gehört – zufällig einem entfernten Bekannten.

Polizei alarmiert

Informiert vom Geschäftsinhaber bestätigte der Bekannte den Verlust seines Rechners. Jetzt war endgültig klar, dass es sich um einen Diebstahl handeln müsste. Der Ladenbesitzer benachrichtigte also die Polizei, und die wartete mit zwei Beamten in Zivil am Montag im Geschäft auf den Angeklagten. Dieser erschien zur vereinbarten Zeit und soll einigermaßen verdutzt gewesen sein, als die Polizei ihn vorläufig verhaftete. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten auch die Powerbank und schriftliche Unterlagen des Notebook-Besitzers.

Eine Strafe erhielt der vor Gericht die Aussage verweigernde Angeklagte dennoch nicht. Die Richterin vertraute dem Urteil eines sachverständigen Gutachters, der dem psychiatrieerfahrenen Angeklagten so schwerwiegende psychologische Probleme bescheinigte, dass sie das Verfahren wegen Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt einstellte.


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