Elektroschocker in Auto auf A1 Prozess um illegalen Waffenbesitz in Wildeshausen

Von Ole Rosenbohm

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Der Fund eines Elektroschockers bei einer Polizeikontrolle in einem Auto auf der A1 bei Wildeshausen hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaDer Fund eines Elektroschockers bei einer Polizeikontrolle in einem Auto auf der A1 bei Wildeshausen hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Wildeshausen. Der Fund eines Elektroschockers bei einer Polizeikontrolle in einem Auto auf der A1 bei Wildeshausen hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht.

Dass vor Gericht nicht jede Aussage geglaubt wird, musste jetzt ein 26-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Wildeshausen erfahren. Er ist angeklagt wegen des unerlaubten Besitzes eines Elektroschockers in Form einer Stabtaschenlampe, den die Polizei bei ihm im Handschuhfach während einer Kontrolle auf der Autobahn 1 bei Wildeshausen fand.

Nachdem der Visselhöveder einem ersten Prozesstermin ferngeblieben war, hatte er für den Verstoß gegen das Waffengesetz einen Strafbefehl über 40 Tagessätze erhalten. Dagegen hatte er Widerspruch eingelegt.

„Völlig überrascht“ von der Existenz des Elektroschockers

Der Angeklagte erklärte, während der Kontrolle völlig überrascht von der Existenz des Elektroschockers gewesen zu sein. Das Auto gehöre seiner ehemaligen Lebensgefährtin.

Diese besitze zwar selber keinen Führerschein, würde den Wagen aber unter anderem dem Angeklagten und seinen drei Brüdern zur Verfügung stellen. „Eine Familienkutsche“ sei das also, sagte er und beteuerte, den Besitzer der verbotenen Waffe nicht zu kennen: „Ehrlich, wer das da reingelegt hat, weiß ich heute noch nicht“, so der Angeklagte. „Wäre ich es gewesen, würde ich es sagen.“

Richterin Reinke allerdings wirkte mehr als skeptisch. „Das soll ich Ihnen glauben?“, fragte sie den Angeklagten, zumal dieser bei seinem Beruf eher weniger darauf angewiesen sein dürfte, sich einen Pkw zu leihen oder diesen mit Ex-Partnerinnen oder Brüdern zu teilen: Er sei Autohändler, gab der Mann zu Protokoll.

Brüder und Ex-Partnerin sollen Aussagen

Von seiner ersten Aussage wollte der 26-Jährige, der ohne Rechtsanwalt im Gerichtssaal erschien, auch dann nicht abrücken, als Richterin Reinke ankündigte, Brüder und Ex-Partnerin aussagen zu lassen.

Aber genau so kommt es jetzt: Alle potenziellen Nutzer der „Familienkutsche“ werden jetzt für eine Aussage zu ihrer nächsten Polizeistation geladen werden und möglicherweise auch zur Fortsetzung der Verhandlung im Wildeshauser Amtsgericht erscheinen müssen. Wann fortgesetzt wird, ist noch offen.


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