Als Kreuzfahrtdirektor auf Tour Ganderkeseer lebt zwei Monate auf Kreuzfahrtschiff

Von Vincent Buß

Vor der großen Fahrt ist Thorsten Busch ein letztes Mal in Delmenhorst – immer mit dabei: seine Umhängetasche vom Schiff. Foto: Vincent BußVor der großen Fahrt ist Thorsten Busch ein letztes Mal in Delmenhorst – immer mit dabei: seine Umhängetasche vom Schiff. Foto: Vincent Buß

Ganderkesee . Was macht eigentlich ein Kreuzfahrtdirektor? Und wie wird man das? Thorsten Busch weiß es. Denn der Ganderkeseer sticht am Sonntag, 22. Juli, in See.

Einen Tag vor der großen Fahrt ist der UWG-Ratsherr noch ganz entspannt. Und das, obwohl er für zwei Monate auf einem Kreuzfahrtschiff leben wird. Von Bremerhaven aus geht es zum Nordkap, auf die Ostsee, nach Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, und Portugal. Busch wird der Kreuzfahrtdirektor sein.

Das macht ein Kreuzfahrtdirektor

Doch was ist das eigentlich? „Ich bin der Ansprechpartner für alles auf dem Schiff“, erklärt der Ganderkeseer. „Alles“, das beinhaltet das Programm, Ausflüge, Beschwerden, Lob und auch Unterhaltung. Der Kreuzfahrtdirektor hat den Rang eines Hoteloffiziers und ist laut Busch nach dem Kapitän die wichtigste Position in der Öffentlichkeit. „Man darf keine Angst vor Menschen haben“, sagt der 55-Jährige. „Man ist ständig im Mittelpunkt.“ Er zählt auf, was man sonst noch brauche: Erfahrung im Entertainment, Kommunikationsstärke, Offenheit, Empathie für Passagiere und Crew. Und Durchsetzungsvermögen.

Busch freut sich schon auf die Moderation von Shows und den Kontakt zu Gästen. Er hat schließlich schon Erfahrung. Vor drei Jahren stach er zum ersten Mal in See, damals als Entertainment-Manager. Durch Zufall hatte er von dem Jobangebot erfahren. Dass er die Stelle bekommen hat, begründet er zum einen mit seiner Erfahrung im Veranstaltungswesen. Ein weiterer Grund sei seine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr, weshalb er die Hierarchien kenne.

Arbeitsbedingungen und -zeiten

„An Bord herrscht eine strikte Trennung zwischen Passagieren und Crew“, berichtet Busch. Außerhalb ihrer Arbeitszeiten sei das Personal oft ausschließlich in seinem eigenen Bereich. Dort gebe es aber genügend Abwechslung, beispielsweise dank eines Fitnessbereichs, einer Bar und einem Spieleraum. Dieses Mal sei das Schiff jedoch kleiner. „Mal sehen, wie das ist“, sagt Busch erwartungsvoll. Landgänge seien zwar möglich, aber als Kreuzfahrtdirektor eher schwierig. Denn Busch muss auch die Durchsagen auf dem Schiff machen.

Den Ganderkeseer erwartet eine Sieben-Tage-Woche mit 77 Stunden Arbeitszeit. In den ersten Tagen werde er eingearbeitet, damit er alles lerne. Nach jeder Reise ist Buschs Tasche um einige Kühlschrankmagneten reicher. Die kauft er sich als Andenken in jedem Hafen. „Typisch für Seefahrer.“


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