Camping in Wildeshausen Im Auecamp geht es in Schritten zur Wiedereröffnung

Von Reiner Haase

100 Kubikmeter frischer Sand für den Strand am See des Auecamps: (von links) Mike Fried und Achim Breuer arbeiten Schritt für Schritt an der Wiederbelebung des Campinggeländes nahe der Autobahn 1 bei Wildeshausen. Foto: Reiner Haase100 Kubikmeter frischer Sand für den Strand am See des Auecamps: (von links) Mike Fried und Achim Breuer arbeiten Schritt für Schritt an der Wiederbelebung des Campinggeländes nahe der Autobahn 1 bei Wildeshausen. Foto: Reiner Haase

Wildeshausen. Die neuen Besitzer arbeiten beharrlich auf die Wiedereröffnung des Campingplatzes in Aumühle zu. Das Auecamp soll 2019 eröffnet werden.

Die Sonne brezelt unbarmherzig auf knapp sieben Hektar kahlgeräumter Landschaft. Einzige Schattenspender sind ein rechteckiges Haus mit zurzeit noch kahlen Wänden und ein kleiner Apfelbaum. Vor seinem inneren Auge steht Achim Breuer aber schon ein ganz anderes Bild: Stellplätze für Wohnwagen, Zelte und Wohnmobile, parzelliert mit Liguster. Hier und da Laubbäume, die Schatten spenden. Und dazwischen Menschen, die im „Auecamp“ Erholung und Entspannung suchen.

Neustart für 2019 geplant

Mit seiner Frau Ulrike Brendel, dem Freund Mike Fried und einigen Helfern arbeitet er als neuer Besitzer Schritt für Schritt die Aufgaben ab, die der Wiedereröffnung des Campingplatzes an der Ahlhorner Straße in der Wildeshauser Bauerschaft Aumühle noch im Wege stehen. „2019 können wir starten“, ist Breuer überzeugt.

Platz hängt am Kanal

„Wir hoffen, das alte Image geraderücken zu können“, sagt Breuer mit Blick auf das Desaster, das vor seiner Zeit in Aumühle 2016 zur Zwangsräumung geführt hatte: Dauerwohnen auf restlos zugebauten Stellplätzen, versperrte Rettungswege, Abfallprobleme und mehr. „Wir schließen den Platz erstmals an den öffentlichen Abwasserkanal an“, berichtet der neue Besitzer. Die Rohre für die Hauptleitung seien verlegt und bereit für den Anschluss ans Kanalnetz. Die stinkende Pflanzenkläranlage habe er aufgegeben. Sie sei überfordert gewesen von der Menge Menschen auf dem Freizeitgelände.

Arbeit mit Teilgenehmigungen

Der im August 2017 eingereichte Bauantrag für den ersten Bauabschnitt mit 130 Parzellen, mit Stellplätzen für Wohnmobile und einem Zeltplatz mit Grillhütte wird zurzeit von der Stadt Wildeshausen und dem Landkreis Oldenburg bearbeitet; Breuer hofft, dass bis Ende 2018 der positive Bescheid auf dem Tisch liegt. „Bis dahin arbeiten wir mit Teilgenehmigungen“, erklärt er.

Arbeit mit Spitzhacke und Schaufel

Zu den anstehenden Aufgaben zählen der Bau eines Abwasserkanals zur ehemaligen Gaststätte direkt an der Straße und das Verlegen der Versorgungsleitungen zu den Stellplätzen. Viel Eigenarbeit mit Schaufel und Spitzhacke wird da wohl wie beim Verlegen der Hauptleitung gefragt sein. Mit Handwerkern gibt es laut Mike Fried Probleme: „Sie reagieren gar nicht auf Anfragen, sagen zu, kommen dann aber nicht, oder sie verlangen horrende Preise.“ Breuer gibt sich optimistisch: „Wir schaffen viel alleine. Nur von Gasanschlüssen lassen wir die Finger.“

Badesee für Camper

Die künftigen Gäste im Auecamp werden freien Zugang zum Badesee jenseits eines Privatwegs am Ostrand des Auecamps haben. „Das Überwegungsrecht haben wir“, berichtet Breuer. Mit der Naturschutzbehörde und einer Biologin sei festgelegt, welche Bereiche am dicht umwachsenen See genutzt werden können und was unangetastet bleibt.

See wird wiederbelebt

Aktuell zeugt eine dichte Reihe aufsteigender Luftbläschen quer über den See vom Versuch der Wiederbelebung. „Der See ist ewig nicht entschlammt worden. Baggern geht nicht wegen dem dichten Bewuchs am Ufer. Wir versuchen, mit Sauerstoff Selbstreinigungsprozesse in Gang zu setzen“, erläutert Breuer. 100 Kubikmeter Sand sind jedenfalls schon für einen kleinen Strand aufgeschüttet.

Rückschnitt vor Ernte

Apropos Apfelbaum: „Letztes Jahr gab es drei Äpfel, sehr wohlschmeckend. Wir haben ihn zurückgeschnitten, und jetzt hängt er voller Früchte“, berichtet Ulrike Brendel. Erst stutzen und dann durchstarten: Das kann als Omen für das ganze Projekt Auecamp gelten.


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