Bande macht 180.000 Euro Beute Auftakt im Prozess gegen Wildeshauser Serieneinbrecher

Von Ole Rosenbohm

Mutmaßliche Serieneinbrecher müssen sich derzeit vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaMutmaßliche Serieneinbrecher müssen sich derzeit vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Wildeshausen/Harpstedt/Oldenburg Mutmaßliche Serieneinbrecher müssen sich derzeit vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Um Serieneinbrechern auf die Spur zu kommen, brauchen Ermittler – falls sich keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden – wiederkehrende Muster. Das Muster der mutmaßlichen Serieneinbrecher, die sich jetzt vor dem Landgericht Oldenburg verantworten müssen, war das Verriegeln der Türen.

Einbrüche auch in Wildeshausen und Harpstedt

62 Fälle, begangen von November 2016 bis Dezember 2017 in Wildeshausen und Harpstedt, Cloppenburg und Varel, aber auch in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) und Kassel (Hessen), hat die Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht.

Insgesamt waren Häuser in Harpstedt drei- und in Wildeshausen viermal von der Einbruchsserie betroffen.

Waren die Einbrecher ins Haus eingedrungen, schlossen sie ab, schoben Möbel vor die Tür oder legten die Türkette an, um sich vor dem überraschenden Auftauchen der Bewohner zu wappnen. Und so nannte sich auch die für diese Serie tätige Ermittlungsgruppe der Polizei aus Cloppenburg „Türkette“.

Vermutlich, sagt Oberstaatsanwalt Martin Koziolek, waren die beiden Angeklagten und zwei Flüchtige schon davor jahrelang aktiv.

Die beiden Angeklagten, 46 und 49 Jahre alt, sind Serben. Der 46-Jährige ist der Haupttäter, soll bei allen Taten dabei gewesen sein, der andere bei neun Einbrüchen. Nur der Haupttäter lebt in Deutschland. Die drei anderen, teils flüchtig, sind möglicherweise extra für die Einbrüche eingereist. Wie oft, ist unklar. Der 49-Jährige ist allerdings in Deutschland vorbestraft, saß wegen Einbrüchen schon im Knast.

Immer in den dunklen Monaten nahmen sich die mutmaßlichen Täter, so Staatsanwalt Koziolek, unbeleuchtete Häuser vor, drangen oft über die Terrassentür oder ein hinteres Fenster ein und schafften Schmuck, Bargeld oder andere Wertgegenstände heraus. Mitte Dezember wurden die beiden Angeklagten in Wolfsburg von einer aufmerksamen Polizei-Streife auf frischer Tat verhaftet. Die Kollegen in Cloppenburg waren ihnen aber längst auf der Spur, hatten schon Wochen vorher Peilsender ans Auto angebracht und die Telefone der Angeklagten abgehört.

Beute im Wert von rund 180.000 Euro gemacht

Insgesamt soll die Gruppe Beute im Wert von rund 180.000 Euro gemacht haben, für 160.000 will die Staatsanwaltschaft den 46-Jährigen verantwortlich machen. Stimmt die Anklage, hatten die Diebe in einem Haus in Himmelpfort in Brandenburg mit Goldschmuck im Wert von 46.000 Euro ihre größte Beute gemacht.

Selten gingen sie leer aus, wie im Dezember 2017 in Wildeshausen, als der Alarm die Diebe vertrieb oder am selben Tag in Harpstedt, als sie eine gut gesicherte Terrassentür nicht aufhebeln konnten und ohne Beute wieder abzogen. Bis Mitte Oktober sind Termine im Prozess „Türkette“ angesetzt.


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