Insektenschutz in Hude Es summt und brummt in Blühstreifen in Hude

Von Reiner Haase

Bunte Vielfalt auf dem Acker: (von links) Bernhard Wolf vom Kreislandvolk, Bürgermeister Holger Lebedinzew, Landwirt Renke Dählmann, Dr. Josef Kuhlmann vom Hegering und Imker Lars Mundt freuen sich übers Gedeihen der Pollen- und Nektarspender für Insekten. Foto: Reiner HaaseBunte Vielfalt auf dem Acker: (von links) Bernhard Wolf vom Kreislandvolk, Bürgermeister Holger Lebedinzew, Landwirt Renke Dählmann, Dr. Josef Kuhlmann vom Hegering und Imker Lars Mundt freuen sich übers Gedeihen der Pollen- und Nektarspender für Insekten. Foto: Reiner Haase

Hude. Die Gemeinde Hude ist in diesem Jahr in die Förderung von Blühstreifen eingestiegen. Insekten finden auf 18,5 Hektar Ackerland über Monate Nahrungsquellen.

Auf Renke Dählmanns Feld blüht den Insekten ’was. Der Landwirt aus Lintel hat im Frühjahr einen breiten Streifen mitten im Kornfeld nicht mit der Erntefrucht, sondern mit einer Saatenmischung für einen Blühstreifen eingesät. Die Mischung aus Kräutern, Kleesorten und Gräsern ist aufgegangen. Zwischen den Blütenständen der Phacelia, auch Bienenweide genannt, des Buchweizens, der Sonneblume und anderer Sorten summt und brummt es. Das Ziel, ein Zeichen gegen das Insektensterben zu setzen, ist erreicht.

10.000 Euro für 20 Hektar

Bürgermeister Holger Lebedinzew und der CDU-Ratsherr und Geschäftsführer der Kreis-Landvolks Bernhard Wolf haben sich in Dählmanns Blühstreifen kundig gemacht, wie sich ein im letzten Jahr im Rat beschlossenes Förderprogramm der Gemeinde vor Ort auswirkt. Der mit 10.000 Euro gefütterte Posten im Gemeindehaushalt sollte für 20 Hektar Blühstreifen reichen: 500 Euro Entschädigung pro Hektar für den Ernteausfall.

Fördertopf nicht ganz geleert

36 Huder und Wüstinger Landwirte haben im Frühjahr 18,5 Hektar mit der Saatgutmischung aus zehn einjährigen Blühstreifenpflanzen eingesät; ein bisschen Geld ist folglich auf dem Konto der Gemeinde verblieben. „Es ging zum Auftakt etwas holterdiepolter“, berichtet Landwirt Dählmann, „einige Kollegen hatten die Feldbestellung schon durchgeplant, als die Nachricht von der Förderung bei uns ankam.“ In Landvolk-Versammlungen solle das nun besser vorbereitet werden, kündigt Bernhard Wolf, der Geschäftsführer des Kreislandvolks, an.

Pollenspender für Monate

Der Oldenburger Imker Lars Mundt und Dr. Josef Kuhlmann vom Biotopfonds des Hegerings Oldenburg-Delmenhorst sind jedenfalls vom ersten Ergebnis begeistert. „Ein Bienenvolk sieht gesünder aus, wenn es solche Pollen- und Nektarquellen findet“, berichtet der Imker. Die vom Hegering ausgewählte und den Landwirten zur Verfügung gestellte Mischung enthalte Pflanzen, die ihre Blüten nach und nach bis in den insektenfutterarmen Herbst öffnen. Kuhlmann weist der Huder Initiative eine Vorbildfunktion für andere Gemeinde zu.

Neuauflage im nächsten Jahr

Beim Lokaltermin in Dählmanns Blühstreifen waren sich die Beteiligten einig, dass das Projekt nicht nach einmaligem Durchlauf verpuffen sollte. „Die SPD hat das beantragt, der ganze Rat hat zugestimmt und ich habe keine Kritik am Projekt vernommen“, berichtet Bürgermeister Lebedinzew. „Die Verwaltung wird den Posten auch in den Haushaltsplan 2019 einarbeiten“, ergänzt er.

Forschungsprojekt angeregt

Geboren ist überdies die Idee, im nächsten Jahr Biologie-Studenten in die Blühstreifen zu locken. Sie könnten wissenschaftlich untermauer, dass diese und jene Arten tatsächlich von der Blütenvielfalt profitieren.


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