Campus in den Ferien regioVHS spürt in Bookholzberg unentdeckte Talente auf

Von Vincent Buß


Bookholzberg. Ihr Talent für Kreatives und Technik sollen Kinder spielerisch auf dem Talentcampus der regioVHS entdecken. Bis Freitag, 20. Juli, basteln, malen, nähen und musizieren sie zusammen.

Dass in dem Raum der regioVHS gewerkelt wird, ist auf den ersten Blick zu sehen. Auf einem großen Tisch liegen Farben, Kabel und sogar Lötkolben und Laptop. Und Holzwürfel, von denen jedes Kind einen vor sich hat. Die Schüler werden sie bemalen, LED-Technik einbauen und diese sogar programmieren, sodass sie mit dem Videospiel Minecraft verbunden werden kann. „Man lernt, etwas mit Holz zu machen, ein bisschen Elektrotechnik, mit dem Lötkolben umzugehen und zu programmieren“, erklärt Kursleiter Tjark Nieber. „Über Minecraft lernen die Kinder Technik.“ Der zehnjährigen Kim gefällt das Projekt: „Ich wollte schon immer einmal etwas Leuchtendes bauen.“

Der Würfelbau ist einer der Kurse auf dem Talentcampus der regioVHS. Das Angebot basiert auf dem Programm „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums. „Kinder zwischen neun und 18 Jahren sollen an Kultur herangeführt werden“, sagt Lisa Guenter von der regioVHS. „Insbesondere auch solche aus bildungsbenachteiligten Familien.“ Deshalb sei das Angebot kostenlos, inklusive Verpflegung. Da laut Guenter auch Jugendzentrum und Diakonie Kinder anwarben, ist die 24-köpfige Gruppe gut gemischt. „Und in heterogenen Gruppen lernt es sich am besten“, ergänzt Guenter.

Was gefördert werden soll

Das Ferienprogramm findet zum zweiten Mal statt. Es gliedert sich in zwei Bereiche: kognitiv-technisch – der Würfelbau – und kulturell, nämlich Naturmalerei und Nähen. Guenter vergleicht den Ansatz mit einem Stundenplan. Morgens steht Technik an, nachmittags Kunst oder Textil. „Die Kinder sollen auch mal etwas anderes ausprobieren“, erklärt Guenter. Manche der 16 Mädchen und acht Jungen würden dann erst merken, dass sie kreativ begabt sind. Das Konzept geht ihrer Einschätzung nach auf: „Die Jungen haben beim letzten Mal super Sachen genäht“, berichtet sie.

Ein Kurs ist sowohl kreativ als auch technisch: die Rockband. Denn dort komponieren die Teilnehmer ihr eigenes Lied, lernen die Instrumente und arbeiten mit der Tontechnik. Zur Band gehören Schlagzeuger, Gitarristen, Sänger, Trommler und Keyboarder. „Das Singen macht mir am meisten Spaß“, sagt die zehnjährige Eliza. Der zwölfjährige Sebastian hingegen kann zwar schon Klavier spielen, lernt aber nun an der Gitarre. Der Leiter Rick Guenter bringt es auf den Punkt: „Es ist ein Crash-Kurs.“

Dass die Kinder bei Null anfangen, ist laut Lisa Guenter normal. „Es ist schön zu sehen, wie sie Fortschritte machen“, berichtet sie. „Und es werden auch Talente entdeckt.“ Auch die Eltern seien begeistert, neue Fähigkeiten ihrer Sprösslinge zu entdecken. Der Name Talentcampus ist also Programm. Das Programm läuft noch bis Freitag. Dann stellen sich die Teilnehmer ihre Projekte gegenseitig vor.

Talentcampus auch in Hude

Der zwölfjährige Sebastian lernt in der Talentcampus-Band das Gitarrenspiel. Foto: Vincent Buß

In Hude veranstaltet die regioVHS den Talentcampus vom 30. Juli bis zum 3. August. Laut Guenter ist er bereits ausgebucht. Auch dieses Angebot wird durch „Kultur macht stark“ gefördert, in dessen Rahmen das Bundesbildungsministerium außerschulische Projekte der kulturellen Bildung unterstützt. Lokale Akteure wie die regioVHS setzen die Projekte um. Ob der Talentcampus in den Herbstferien wieder stattfindet, ist noch nicht bekannt.


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