Blumen günstiger als im Geschäft Bunte Sträuße in Ganderkesee und Delmenhorst direkt vom Feld

Von Birgit Stamerjohanns

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Astrid Fern findet die Blumen in ihrem eigenen Garten zu schade zum Abschneiden, deswegen pflückt sie regelmäßig frische Sträuße auf dem Blumenfeld an der Oldenburger Straße. Foto: Birgit StamerjohannsAstrid Fern findet die Blumen in ihrem eigenen Garten zu schade zum Abschneiden, deswegen pflückt sie regelmäßig frische Sträuße auf dem Blumenfeld an der Oldenburger Straße. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee/Delmenhorst. Blumen zum Selbstpflücken sind nicht nur besonders frisch, sondern auch günstiger als im Geschäft. An mehreren Stellen in Delmenhorst und Ganderkesee werden sie angeboten.

Astrid Fern setzt heute auf die Farbe Rot. Die Blüten der Gladiolen in ihrem Arm leuchten so intensiv aus dem Blattgrün hervor, dass sie fast unecht wirken. „Ich komme regelmäßig, um mir einen schönen Strauß zu pflücken“, berichtet die Ganderkeseerin und setzt das Messer erneut an einem Gladiolenstil an. Schon im Frühjahr kommt sie, um Tulpen zu pflücken.

Das Feld an der Oldenburger Straße in Ganderkesee hat Hergen Wohlers aus Brettorf gepachtet. Auf 2000 Quadratmetern pflanzt er Tulpen, Gladiolen, Dahlien und Sonnenblumen. In Bookholzberg hat er ein weiteres Feld bepflanzt, das doppelt so groß ist. Für die Blumenfreunde aus Ganderkesee und Umgebung bedeutet das: Sie können vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst Blumen pflücken. „Frischere Ware bekommt man nirgends“, sagt Hergen Wohlers. Günstigere in der Regel auch nicht: 65 Cent kosten Gladiolen und Sonnenblumen pro Stück – im Geschäft bezahlen die Kunden ungefähr das Dreifache.

Alternative zur klassischen Landwirtschaft

Hergen Wohlers hat vor zehn Jahren mit dem Anbau von Schnittblumen begonnen – er suchte nach Alternativen zur klassischen Landwirtschaft. „Wir haben es erst einmal auf einem Feld versucht, mit der Zeit haben wir den Anbau erweitert“, so der Brettorfer. Mittlerweile bietet er auch in Wildeshausen und Südoldenburg Blumen zum Selberschneiden an.

Was den Kunden Freude bereitet, bedeutet für Hergen Wohlers einiges an Aufwand: Die Tulpenzwiebeln kommen im Herbst in den Boden und werden nach der Blüte untergefräst, obwohl sie mehrjährig sind. Der Grund: Weil die Kunden das Laub mit abschneiden und es daher nicht verwelken kann, fehlt der Blumenzwiebel anschließend die Kraft für eine prachtvolle, neue Blüte. Die Dahlienknollen muss Hergen Wohlers im Herbst ausgraben, einlagern und im Frühjahr neu setzen – sie sind nicht winterhart.

Kunden sind in der Regel ehrlich

Auf die Frage, ob sich der Aufwand denn lohne, antwortet der Landwirt trocken: „Sonst würde ich es nicht machen.“ Das liegt auch daran, dass seine Kunden in der Regel ehrlich sind und ihre Blumen bezahlen. „Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht und bekommen auch sehr viel Zuspruch, wenn wir auf den Feldern mit Kunden ins Gespräch kommen“, berichtet Hergen Wohlers.

Auch Astrid Fern steckt für ihren Gladiolenstrauß natürlich Geld in die Kasse im Holzhäuschen neben dem Feld. Auf sie trifft auch zu, was Hergen Wohlers schon oft beobachtet hat: „Die Leute laufen hier mit einem Lachen durch die Blumenreihen und freuen sich über die Blütenpracht!“


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