Kooperation mit Freifunk Wie gut ist das WLAN in Ganderkesee und Hude-Wüsting?

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Freies WLAN wird in den Gemeinden Ganderkesee und Hude mithilfe von Freifunk angeboten. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaFreies WLAN wird in den Gemeinden Ganderkesee und Hude mithilfe von Freifunk angeboten. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Ganderkesee/Hude. In den Gemeinden Ganderkesee und Hude ist zusammen mit dem Verein Freifunk Nordwest kostenloses öffentliches WLAN eingerichtet worden. Das hat das dk vor einem Jahr berichtet. Gewachsen ist das Angebot seitdem aber nicht.

An rund 30 Standorten bot die Gemeinde Ganderkesee im Juli vergangenen Jahres freien Internetzugang an, beispielsweise am Rathaus oder in Jugendzentren. Laut Gemeindemitarbeitern Meike Saalfeld ist die Zahl noch aktuell. „Wir bekommen gute Resonanz“, berichtete sie. „Vor dem Rathaus stehen oft Leute, die das WLAN benutzen. Und die Bücherei ist auch ein intensiv genutzter Punkt.“ Eine genaue Auswertung des Nutzerverhaltens gebe es aber nicht. Zwei weitere Standorte seien in Planung, müssten aber noch technisch geprüft werden. Auch diese sollen Saalfeld zufolge mit dem Verein Freifunk eingerichtet werden. Über den Verein werden auch 18 weitere Standorte privat angeboten.

Als die Gemeinde 2014 das WLAN ausbauen wollte, entschied sie sich für eine Kooperation mit der Freifunk-Gruppe Nordwest. Die Gemeinde stellte die Router auf, nutzte jedoch Software und Infrastruktur des deutschlandweit tätigen, nicht-kommerziellen Vereins Freifunk. Auch Privatpersonen können ihre Router zur Verfügung stellen. Der Zugang zum Internet läuft über Freifunk-Server, deren IP-Adressen dann auch angezeigt werden. Weder der Besitzer des Routers noch der Verein können so für das Verhalten der Nutzer haftbar gemacht werden. Laut ihrer Website hat sich die Gemeinde wegen der geringen Kosten und der flexiblen Erweiterungsmöglichkeiten für Freifunk entschieden. Vorteile seien außerdem, dass keine persönlichen Daten benötigt werden und die Nutzung unbegrenzt sei. Der Verein bekomme im Gegenzug einen monatlichen Zuschuss von der Gemeinde.

Wie ist das Freifunk-WLAN in Hude-Wüsting?

In Hude-Wüsting nahm sich die dortige Werbegemeinschaft die Gemeinde Ganderkesee zum Vorbild. Vor etwa zwei Jahren begannen Geschäftsinhaber der Werbegemeinschaft in Kooperation mit Freifunk, kostenloses WLAN einzurichten. „Die Freigabe von WLAN in Geschäften war vor Änderung der Störerhaftung problematisch“, erklärt Torsten Becker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Damals konnten private Betreiber von öffentlichem WLAN noch für Rechtsverstöße von Hotspot-Nutzern haftbar gemacht werden. Über den Verein Freifunk wurde dieses Problem jedoch umgangen.

„Wir bekamen durchweg positive Rückmeldungen zum Internetangebot“, berichtet auch Becker. Aber: Das Angebot habe an Relevanz verloren. Denn seit Oktober gilt ein neues Bundesgesetz, das die Störerhaftung abgeschafft hat. Viele Geschäfte böten nun ohne Freifunk selbst WLAN an, sagt Becker. Daher seien seit letztem Jahr auch keine neuen Partner zur Kooperation zwischen Verein und Werbegemeinschaft hinzugekommen.

Es gibt laut Becker noch einen weiteren Grund für die stagnierende Nachfrage: „Mittlerweile hat fast jeder Handynutzer zwei bis vier Gigabyte 4G-Internet, da ist unser angebotenes WLAN fast schon zu langsam.“ Um über Whatsapp zu schreiben und E-Mails abzurufen, sei das Freifunk-Netz aber in jedem Fall ausreichend, ergänzt er. Das sei insbesondere gut für Nutzer, die noch keine großen Internetpakete auf ihrem Smartphone haben. Beckers Einschätzung nach nutzen solche Leute Dienste wie Whatsapp oftmals nur über WLAN anstatt über ihre mobilen Daten.

So bietet man WLAN über Freifunk an

Fast jeder kann seinen privaten Router über Freifunk für öffentliches Internet bereitstellen. Wer ein passendes Gerät besitzt, muss dieses mit der Software des Vereins ausstatten. Das ist laut Freifunk nicht aufwendiger als ein reguläres Update. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Freifunk Nordwest.


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