Unterschriftenaktion gestartet Schnelles Internet am Schulweg in Heide gefordert

Von Birgit Stamerjohanns

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Melissa Mundt und Sascha Wohnig wollen mit ihrer Petition erreichen, dass die Internetnutzung am Heider Schulweg nicht länger zur Geduldsprobe wird. Foto: Birgit StamerjohannsMelissa Mundt und Sascha Wohnig wollen mit ihrer Petition erreichen, dass die Internetnutzung am Heider Schulweg nicht länger zur Geduldsprobe wird. Foto: Birgit Stamerjohanns

Heide. In Heide soll eine Unterschriftensammlung dafür sorgen, dass die Internetnutzung nicht länger zur Geduldsprobe wird. Die EWE verspricht einen Ausbau noch in diesem Jahr.

Auf Reaktionen hat Sascha Wohnig nicht lange warten müssen. Kaum hatten er und seine Mitstreiterin Melissa Mundt die kopierten Din-A5-Zettel in den Briefkästen ihrer Nachbarn verteilt, kamen schon die ersten unterschriebenen Exemplare zurück. Die beiden Heider haben Ende vergangener Woche eine Petition gestartet. Ihr Ziel: schnelles Internet für die Haushalte am Heider Schulweg und in den angrenzenden Wohnstraße. 100 Kopien haben die beiden verteilt, 18 Unterschriften sind bis Montag zurückgekommen. „Eine Frau hat sich sogar schriftlich für unser Engagement bedankt“, freut sich Melissa Mundt.

Wohnig: Nur ein Megabit kommt im Haus an

Von der Datenautobahn im Zuge der Digitalisierung ländlicher Gebiete können die Heider momentan nur träumen: Sie leben datentechnisch gewissermaßen in einer 30er-Zone statt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke. „Wir bezahlen für einen DSL-Anschluss mit 16 Megabit Downloadrate pro Sekunde, tatsächlich kommt aber nur ein Megabit im Haus an“, beklagt Sascha Wohnig. Zu wenig für Menschen, die von zuhause aus am Computer arbeiten. Zu wenig auch für alle, bei denen mehrere Personen gleichzeitig das Internet nutzen oder die ihren DSL-Anschluss für den Fernsehempfang nutzen. Dafür wären mindestens sechs Megabit nötig. Zudem schwankt die momentane Breitbandversorgung entlang des Schulwegs sehr stark. „Zu gewissen Zeiten ist an Internetnutzung gar nicht zu denken“, so Sascha Wohnig. Und Melissa Mundt berichtet von neuen Nachbarn, die aus Bremen nach Heide zugezogen sind: „Die wären nie nach Heide gezogen, wenn sie gewusst hätten, dass hier das Netz so schlecht ist.

Enttäuschung nach EWE-Info

Zuständig für die Versorgung mit schnellem Internet in der Gemeinde Ganderkesee ist die EWE, sie unterhält die Leitungen und Netze. Jüngst hat das Oldenburger Unternehmen zur Freude von Sascha Wohnig angekündigt, das Glasfasernetz in Heide auszubauen. Aber als der Heider bei der EWE nachfragte, folgte die Enttäuschung: „Nur die Neubaugebiete in der Umgebung erhalten den Zugang zu schnellem Internet über Glasfaserkabel, aber wir gehen weiterhin leer aus.“

Schnelles Internet soll folgen

Das wird sich nach Angaben von Mathias Radowski, dem Pressesprecher der EWE, allerdings noch in diesem Jahr ändern. Das östliche Ende des Schulwegs sei bereits vor zwei Jahren mit schnellem Internet ausgestattet worden. Nun sollen die Bereiche Roggenkamp, Heuweg, Hogendiek, Hohelucht, Am Remel und Am Poggenpohl folgen. „Die EWE wird mehr als 100 Haushalte mit Downloadraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde versorgen“, so Mathias Radowski. Ermöglicht wird das durch eine Förderung des Landkreises Oldenburg, der den Ausbau in Gegenden unterstützt, die für Telekommunikationsunternehmen eigentlich nicht wirtschaftlich sind. Melissa Mundt und Sascha Wohnig hoffen jedenfalls, dass ihre Unterschriftensammlung dazu beiträgt, dass das schnelle Internet am Schulweg auch wirklich bald Realität wird.


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