Für denkmalgeschützten Speicher Ortsverein Bürstel-Immer sucht rote Klinkersteine

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Neue Klinker für den alten Speicher sucht Ute Holschen, erste Vorsitzende des Ortsvereins Bürstel-Immer. Foto: Vincent BußNeue Klinker für den alten Speicher sucht Ute Holschen, erste Vorsitzende des Ortsvereins Bürstel-Immer. Foto: Vincent Buß

Bürstel. Einen denkmalgeschützten Speicher zu renovieren, ist gar nicht so leicht. Deshalb sucht der Orts- und Heimatverein Bürstel-Immer nun Hilfe. Benötigt werden rote Klinkersteine.

Ein Blick in den alten Fachwerkspeicher in Bürstel verrät es: Der Lehmboden muss erneuert werden. „Er löst sich immer weiter auf und wird uneben“, berichtet die 54-jährige Ute Holschen. Das passiere schon durchs Fegen. Wer den Speicher nutzt, spürt laut Holschen die Folgen: „Die Stühle wackeln und die Leute fühlen sich darauf unsicher.“ Holschen ist die erste Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Bürstel-Immer. Der Verein vermietet das Gebäude für Veranstaltungen, in der anliegenden ehemaligen Schule wird ein Heimatmuseum betrieben.

Orts- und Heimatverein bittet um Hilfe

Da der Speicher unter Denkmalschutz steht, ist eine enge Absprache mit dem Landkreis notwendig. Erlaubt sind rötlich gefärbte Klinkersteine, am besten möglichst alt. Auch Mangelware ist denkbar. „Wir suchen Menschen, die solche Steine haben, oder wissen, wo man sie bekommen kann“, sagt Holschen, „am liebsten als Spende.“ Etwa 50 Quadratmeter müssen erneuert werden. Dabei sollen vier Quadratmeter Lehmfußboden erhalten bleiben, um den ursprünglichen Untergrund zu präsentieren.

Vor dem Einbau muss der Ortsverein ein Foto an den Landkreis schicken. Ein Vorschlag sei bereits abgelehnt worden, erklärt Holschen: „Die Steine waren nicht rot genug.“ Für die Bauarbeiten habe der Verein bereits jemanden in Aussicht. Auch dafür werden Sponsoren gesucht. Im Herbst wolle der Verein gerne mit den Arbeiten beginnen, sagt die Vorsitzende.

Historische Bauten

Der Speicher wurde 1773 auf einem benachbarten Hof erbaut und zur Kornlagerung genutzt. Als die Besitzer das Gebäude ab den 1980er-Jahren nicht mehr erhalten konnten, half der Ortsverein au s. Es wurde versetzt, renoviert und 1993 wiedereröffnet. Seitdem wird der Speicher vielfältig genutzt: Schulklassen feiern dort ihre Abschlüsse, kirchliche Gruppen tagen, Vereine grillen.

In der anliegenden Heimatstube präsentiert der Orts- und Heimatverein Ganderkesee seine Sammlung. Von der guten Stube bis ins Nähzimmer können Besucher Alltagsgegenstände von früher bestaunen. Das Gebäude wurde 1899 als Schule errichtet, die jedoch 1971 geschlossen wurde. Danach wurde es als Wohnraum genutzt, bis der Ortsverein Ganderkesee sein Museum eröffnete.

Nächste Veranstaltung im Speicher

Wie im letzten Jahr soll es beim Backtag wieder leckeren Kuchen aus dem Speicherofen geben. Foto: Ute Holschen

Auf dem Grundstück finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Am 19. August macht der Deutz- und Fahrclub Bürstel-Immer ab 11 Uhr einen Treckerkorso und präsentiert anschließend die verschiedenen Modelle. Im vergangenen Jahr waren mehr als 40 Fahrzeuge mit dabei. Danach grillt der Ortsverein Bürstel-Immer und backt im Anschluss Butterkuchen im alten Ofen des Speichers. Außerdem kann die Heimatstube besucht werden.


Wer passende Klinkersteine besitzt, Hinweise hat oder den Orts- und Heimatverein Bürstel-Immer finanziell unterstützen möchte, meldet sich dort bitte telefonisch unter 04222/3608.

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