Im September Rock ’n’ Roll-Festival Ganderkeseer Flugplatz hat Potenzial zum Festivalgelände

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Ganderkesee Nach erfolgreichen „Versuchsballons“ wächst am Atlas Airfield das Selbstvertrauen: Das Potenzial zum überregionalen Veranstaltungsort ist da. Nächster Testlauf ist im September das Rock ’n’ Roll-Festival.

Der für die Gemeinde als Wirtschafts- und Tourismusmotor wichtige Flugplatz Ganderkesee wird auch überregional immer stärker beachtet: Nach dem erfolgreichen Werben um den fliegerischen Nachwuchs für das Airfield, auf dem mittlerweile acht Luftsportvereine mit knapp 350 Piloten, rund 75 Flugzeugen sowie Tragschraubern und Ballonen beheimatet sind, wächst nun auch das Interesse daran, das Gelände an der Otto-Lilienthal-Straße 23 stärker als Messe- und Festivalort zu nutzen.

Großveranstaltungen haben jahrzehntelange Tradition

Das haben die Verantwortlichen um Projektmanager Manfred Neugebauer im dk-Gespräch erklärt. Großveranstaltungen haben auf dem Fugplatz eine jahrzehntelange Tradition. Gut erinnern können sich Ältere noch an die „Atlas-Race-Days“ oder an die Freiluftdisco-Abende. Später ebbte das Interesse ab.

Das könnte sich jetzt ändern: „Wir haben viele Versuchballons erfolgreich steigen lassen“, scherzt Flugplatzsprecher und Flugleiter Jochen Klein.

Neben der seit den 1990er-Jahren regelmäßig veranstalteten Ganderkeseer Gewerbeschau, der seit zehn Jahren als Zuschauermagnet geltenden größten deutschen Flugmodellschau „Jetflugtage“ sowie erfolgreichen „Fly-Ins“ und Kinderflugtagen habe die Ende Mai erstmals initiierte „Air-Fair“-Luftfahrtmesse den Ausschlag für ambitioniertere Pläne gegeben, erläutert Neugebauer. Die sich nur ans Fachpublikum wendende Schau habe die Erwartungen übertroffen.

Nächstes Großvorhaben ist das Konzert der Band „United Four“ am Freitag, 10. August, anlässlich des 50. Geburtstags der Ganderkeseer regioVHS.

1. Rock ’n’ Roll-Festival naht

Doch es gibt veranstalterisch noch Luft nach oben: „Das Atlas Airfield holt am Samstag und Sonntag, 8. und 9. September, die 1950er und -60er Jahre auf den Flugplatz“, verspricht Manfred Neugebauer.

Von 11 bis 18 Uhr sowie am Samstagabend auch ab 20 Uhr heißt es beim 1. Rock ’n’ Roll-Festival, das vom Flugplatz selbst ausgerichtet wird, „let’s rock“.

Der 1200 Quadratmeter große „Hangar West 1“ soll mit seiner Showbühne das Herz des Festivalgeländes darstellen. Ein „Vintage Market“, „Food Trucks“, „Classic Cars“, Vespa-Roller und tänzerische Auftritte sollen für das richtige Flair sorgen. Auf der Bühne werden die Gruppen Querbeat, Larry and the Handjive, Cat Talk, Jerry Ree Lewis und London Pride spielen.

„Ein besonderes Highlight wird am Samstagabend die aufwendige Bühnenshow von The Rascals sein, die zehnköpfige Band will die Ära von Elvis, Petticoat und Kofferradio aufleben lassen“, kündigt Neugebauer an. Auch die Besucher können mitmachen. Gäste in stilgerechter Kleidung erhalten ein Freigetränk.

Und Besitzer von US-Autos mit H-Kennzeichen bis Baujahr 1975 sowie von deutsche Fahrzeugen, darunter Borgward, alten Motorrädern oder Vespas sind ebenfalls zur Teilnahme eingeladen. Für die Classic-Motor-Show wird eine Voranmeldung benötigt.

Das Event gilt als weiterer Test: Sollte es erfolgreich verlaufen, seien weitere Großveranstaltungen nicht ausgeschlossen, äußerten sich die Verantwortlichen zunächst noch zurückhaltend.

Atlas Airfield wird 2019 50 Jahre alt

Fliegerisch-wirtschaftlich steht der Flugplatz, der 2019 seinen 50. Geburtstag feiert, auf solidem Fundament. „Wir sind lebensfähig“, gibt Klein sich bescheiden trotz einer Vollauslastung der zuletzt baulich erweiterten Hangars. Klein räumt ein, dass es Überlegungen gibt, weitere Stellplätze zu schaffen. Erst 2016 waren die Gebäude Aerodrome und Hangar West übernommen worden. Sogar Wartelisten mussten die Verantwortlichen bereits für ihre Hangarkunden aufstellen.

Den unternehmerischen „Aufwind“ von zuletzt 20.000 Flugbewegungen im Jahr 2017, davon aber überwiegend Leichtflugzeuge, verschaffen dem Airfield nach Angaben Kleins neben der Lage zwischen Bremen und Oldenburg die gute Infrastruktur mit Tankstelle, Gastronomie, Hotel und verlässlich besetztem Tower.

„Von 9 bis 20 Uhr oder bis Sonnenuntergang plus 30 Minuten ist immer jemand ansprechbar“, verspricht der Flugleiter.

Den zunehmenden Flugbetrieb schätzt auch das Gastgewerbe. „Gäste von weiter weg mit dem Ziel Nordseeinseln landen zunehmend bei uns, um hier zu übernachten“, hat Jochen Klein festgestellt. „Wir haben alles direkt am Platz“, benennt er den umsatztreibenden Standortvorteil.


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