Ausbildung zum Landwirt In Hollen Traumjob mit Zwölf-Stunden-Tagen

Von Birgit Stamerjohanns

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Ganderkesee-Hollen In der dk-Serie stellt das dk unterschiedliche Ausbildungsberufe vor. Björn Dußler lässt sich auf dem Hof Schütte in Hollen zum Landwirt ausbilden.

Wenn Björn Dußler gefragt wird, was denn die Nachteile an seinem Ausbildungsplatz seien, muss er nicht lange überlegen: „Der Dienstbeginn um sechs Uhr.“ Aber das ist auch schon alles, was der 19-Jährige zu kritisieren hat. An die Zwölf-Stunden-Tage hat er sich gewöhnt, und auch daran, dass er jedes zweite Wochenende auf dem Hof verbringt. Dußler kommt aus Bergedorf; als er klein war, hatten seine Eltern selbst noch einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Langer Bezug zur Landwirtschaft

„Ich bin da reingewachsen und habe auch auf den Höfen im Dorf mitgeholfen, um Geld zu verdienen“, erzählt der Auszubildende. Nach dem erweiterten Realschulabschluss auf dem Gymnasium Ganderkesee entschied er sich für eine dreijährige Lehre in der Landwirtschaft.

„Ich hatte kurz darüber nachgedacht, einen kaufmännischen Beruf zu erlernen“, so der Bergedorfer „aber acht Stunden im Büro zu sitzen, wäre nichts für mich.“

Stattdessen verbringt er nun fast den ganzen Tag an der frischen Luft, kümmert sich zusammen mit seinem Ausbilder um rund 400 Bullen, Kühe und Kälber, 1200 Schweine und 185 Hektar Land.

Björn Dußler ist einer, der anpackt und dem die anstrengende Arbeit im Stall und auf dem Feld Spaß macht. Ihm gefällt die Abwechslung: „Ich bin mit dem Schlepper draußen, dann wieder bei den Tieren im Stall, jeder Tag läuft anders“, so Björn Dußler.

Beruf des Landwirts ist körperlich fordernd

„Wer körperliche Arbeit scheut, für den ist die Landwirtschaft nichts“, sagt sein Ausbilder Cord Schütte. Seit 25 Jahren bildet der Landwirt auf seinem Hof in Hollen aus. „Die meisten Lehrlinge haben einen Bezug zur Landwirtschaft, Quereinsteiger sind sehr selten“, so der Landwirt. Im ersten Lehrjahr bekommt ein Auszubildender 665 Euro pro Monat, im dritten Lehrjahr sind es dann 765 Euro.

Zweimal in der Woche ist für Björn Dußler Schulbank statt Stall angesagt, dann geht es in der Berufsschule in Wildeshausen unter anderem um Buchhaltung und rechtliche Fragen rund um die Landwirtschaft. Die Ausbildungszahlen sind in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. „Ich rechne allerdings damit, dass die Zahl der Betriebe in den kommenden Jahren massiv sinken wird“, sagt Cord Schütte. Da Björn Dußler keinen elterlichen Betrieb übernehmen wird, macht er sich bereits Gedanken um Alternativen: „Ich kann mir vorstellen, in den kaufmännischen Bereich zu gehen, zum Beispiel bei einem Landmaschinen-Handel.“

Bald nimmt Björn Dußler erst einmal Abschied vom Hof in Hollen: die Ausbildung zum Landwirt sieht vor, dass der Betrieb gewechselt wird, damit die Lehrlinge verschiedene Höfe kennen lernen. Der 19-Jährige wird sein zweites Lehrjahr in einem Betrieb in Stuhr verbringen. Seine Entscheidung, sich zum Landwirt ausbilden zu lassen, hat der Bergedorfer bisher noch nicht bereut: „Ich würde mich immer wieder so entscheiden!“


Das dk stellt in einer Serie Auszubildende in der Gemeinde Ganderkesee vor. Die Nachwuchskräfte gewähren einen Einblick in ihren Beruf. Dabei geht es unter anderem um Aufgaben im Job, um Arbeitszeiten, um Wünsche und Zukunftsaussichten. Auszubildende, die nach Rücksprache mit ihren Arbeitgebern ebenfalls über ihre Lehrzeit berichten möchten, können sich per E-Mail an redaktion@dk-online.de melden.

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