Straßenausbau in Hoykenkamp Firmen zahlen für Fockestraße den Löwenanteil

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Schlaglochpiste zwischen Bahnhalt Hoykenkamp und Mittelweg: Direkt nach der Sommerpause sollen die Anwohner bei einer Anliegerversammlung über den Ausbau der Fockestraße informiert werden. Foto: Thomas DeekenSchlaglochpiste zwischen Bahnhalt Hoykenkamp und Mittelweg: Direkt nach der Sommerpause sollen die Anwohner bei einer Anliegerversammlung über den Ausbau der Fockestraße informiert werden. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Die Fockestraße in Hoykenkamp soll im nächsten Jahr ausgebaut werden. Dafür müssen die Anlieger Beiträge bezahlen. Über eine erste Kostenschätzung werden sie bei einer Versammlung im Rathaus direkt nach der Sommerpause informiert.

Das Thema Ausbau der Fockestraße in Hoykenkamp zwischen Mittelweg und Bahn ist bei der letzten Ratssitzung vor den großen Ferien zwar kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden, weil laut Bürgermeisterin Alice Gerken noch bautechnische und finanziellen Fragen geklärt werden müssten. Dafür sollen die Weichen aber umgehend nach der Sommerpause gestellt werden. Dann ist nach Angaben von Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, im Rathaus eine Anliegerversammlung vorgesehen. „Bis dahin liegen Zahlen über eine erste Kostenschätzung vor“, informiert Meyer. Darauf dürften die Anwohner bereits seit einiger Zeit warten. Schließlich müssen sie nach Gesetzeslage 90 Prozent der Kosten übernehmen. Zehn Prozent zahlt die Gemeinde.

Straßenausbaubeitragssatzung gekippt

Zur Erinnerung: Die Ganderkeseer Politik hatte im Dezember vergangenen Jahres zwar die Straßenausbaubeitragssatzung gekippt. Das gilt – abgesehen von Straßen und Wegen im Außenbereich – allerdings nicht für den Erstausbau einer Straße. Das heißt: Bei der Fockestraße müssen die Anlieger tief in den Geldbeutel greifen – rund 20 Eigentümer von Wohnhäusern sowie die beiden Firmen Neuhaus Neotec Maschinen- und Anlagenbau sowie Palfinger Tail Lifts.

Verwaltung will Aufwand für Straßenausbau gering halten

„Genauso wie die Eigentümer der Privatwohnungen waren die Firmenleitungen überhaupt nicht erfreut. Sie empfinden die Beitragszahlung als eine ganz große Belastung“, sagt der Fachbereichsleiter. Immerhin müssten sie durchaus mit einer sechsstelligen Summe rechnen. Verlässliche Aussagen, um wie viel Geld es sich tatsächlich handelt, könne er jedoch noch nicht machen. „Wir versuchen, den Aufwand für den Straßenausbau so gering wie möglich zu halten“, erklärt Meyer. Allerdings müsse so gebaut werden, dass die Straße auch mindestens 40 Jahre hält. Die positive Nachricht für alle: Für die Straßenbeleuchtung seien bereits Beiträge gezahlt worden. Die würden nicht mehr mit hineingerechnet.

Grundstücksgröße ist entscheidend

Laut Satzung wird nach der Größe der jeweiligen Grundstücke gerechnet und nicht – wie früher mal – nach der Länge der Straßenfront. Darüber hinaus hätten Gewerbebetriebe einen sogenannten Artzuschlag zu zahlen, erläutert Meyer. Für jedes zusätzliche Vollgeschoss kämen 25 Prozent zur Quadratmeterzahl hinzu. „Die beiden Unternehmen werden für den Ausbau der Fockestraße auf jeden Fall den Löwenanteil zahlen“, weiß der Fachbereichsleiter. Ziel sei es, die Arbeiten für das Projekt im Winter auszuschreiben. Dann könnte im Frühjahr mit dem Ausbau begonnen werden.

Nächstes Projekt: Brookdamm

Die Fockestraße gehört zum „Maßnahmenprogramm Straßenbau“ der Gemeinde Ganderkesee. Dazu gehören 22 Straßen und Wege, die zwischen 2018 und 2023 erstmals hergestellt oder saniert werden sollen. Nächstes Projekt ist nach Angaben Meyers der Ausbau des Brookdamms zwischen Lange Straße und Fahrener Weg. Da hat es ebenfalls schon heftige Reaktionen seitens der Anlieger gegeben, die ebenso wie die der Fockestraße 90 Prozent des sogenannten beitragsfähigen Erschließungsaufwands übernehmen sollen. Mit dem Beitrag für den Schmutzwasserkanal sei zwar schon ein Teil der Erschließung bezahlt worden, für die Straße bislang aber noch nichts. Voraussichtlicher Ausbau: 2020.

Keine Anliegerbeiträge bei alten Malern

Darüber hinaus sind die alten Maler dran: Dürer-, Rubens- und Rembrandtstraße sowie die Straße Am Schießstand. Die gute Nachricht: Anlieger zahlen wegen der gekippten Beitragssatzung für den Straßenbau nichts, weil diese Straßen lediglich saniert werden müssen. Bei Neddenhüsen sind dagegen voraussichtlich wieder die Anwohner finanziell mit dabei. Das Projekt werde jedoch noch geprüft. Mit einem Ergebnis rechnet Fachbereichsleiter Meyer im Laufe des nächsten Jahres.

Privatweg in Ganderkesee ein Sonderfall

Beitragspflichtig sind nach derzeitigem Kenntnisstand die Anwohner der Straße Am Holz zwischen Mittelweg und östlichem Bebauungsende, der Achternstraße zwischen Feuerdornweg und Nutzhorner Landstraße, des Brookwegs und des Philosophenwegs. Der Privatweg in Ganderkesee sei ein Sonderfall. Den müsse die Gemeinde erst einmal erwerben. Der Weg gehöre einigen Anliegern, die am liebsten alles so wie bisher lassen möchten, andere beschwerten sich dagegen über den schlechten Zustand des Weges, so Meyer.


Von Montag, 2. Juli, bis zum bis 13. Juli wird die Fockestraße zwischen den Straßen „Am Teich“ und „Querspange“ für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt, weil Versorgungsleitungen verlegt werden. Fußgängern und Radfahrern ist es laut Verwaltung dennoch möglich, den Bereich in beide Fahrtrichtungen mit leichten Beeinträchtigungen zu passieren. Für die Dauer der Arbeiten wird für beide Fahrtrichtungen eine Umleitung über die Route Querspange, Auf dem Hohenborn und Am Sportplatz ausgeschildert. konk

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