Haupt- und Realschulzweig Schüler schon ab siebter Klasse an Oberschule Ganderkesee getrennt

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Nach den Sommerferien werden die Schüler bereits ab der siebten Klasse in Haupt- und Realschule aufgeteilt.  Foto: Bettina Dogs-PrößlerNach den Sommerferien werden die Schüler bereits ab der siebten Klasse in Haupt- und Realschule aufgeteilt. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee Systemwechsel an der Oberschule Ganderkesee: Künftig werden Schüler schon ab der siebten Klasse in Haupt- und Realschullaufbahn getrennt.

Wenn mit Ende der Sommerferien wieder Leben in die Oberschule einkehrt, wird für Schüler, Lehrer und Eltern nichts mehr so sein wie es war: Die beiden Schulzweige Haupt- und Realschule werden dann wieder ab dem siebten Jahrgang getrennt sein, das ständige Hin und Her von Kurz zu Kurs der Vergangenheit angehören. „Es hat für zu viel Unruhe unter den Schülern gesorgt“, schildert der scheidende Schulleiter Bernd Gliese.

Oberschule 2011 eingeführt

Mit der Einführung 2011 waren niedersachsenweit viele Haupt- und Realschulen durch Oberschulen ersetzt worden – auch in Ganderkesee. Ab wann und in welcher Form die Jungen und Mädchen damals auf die beiden Schulzweige aufgeteilt werden sollten, blieb den Schulen überlassen. „Bei uns wurde ab der sechsten Klasse in Englisch, ab der siebten Klasse in Mathe und ab der achten Klasse in allen drei Hauptfächern differenziert“, so Manfred Gliese.

Konkret hieß das: Schüler einer Klasse wurden von Jahr zu Jahr mehr auf Kurse mit unterschiedlichem Leistungsniveau aufgeteilt, wodurch der Unterricht beim Klassenlehrer zunehmend abnahm und die Klasse immer zerrissener wurde. „Dazu gab es dann noch die Wahlpflichtkurse, in denen sie auch noch getrennt waren. Die Schülern waren fast nur noch in Kursen unterwegs.“

Bereits 2015 erfolgte eine erste Änderung, mit der die Schüler schließlich ab der 9. Klasse auf Haupt- und Realschule aufgeteilt wurden. Doch die frühe Unterteilung in Grund- und Erweiterten-Kurse sowie die späte Trennung in unterschiedliche Schulzweige hat laut Gliese sowohl bei den Schülern als auch den Lehrern für viel Unruhe gesorgt. „Die Beziehung der Klassenlehrer zu den Schülern blieb auf der Strecke, weil sie sie kaum noch gesehen haben.“

Nun also der Schritt zurück

Nun also der Schritt zurück. Mit dem nächsten Schuljahr werden die Mädchen und Jungen in der fünften und sechsten Klasse – der sogenannten Eingangsstufe – gemeinsam unterrichtet und wieder ab der siebten Klasse in Haupt- oder Realschule eingeteilt. Gliese wie auch der Großteil seiner Lehrerkollegen und die meisten Eltern erhoffen sich dadurch ein besseres Lernumfeld für die Kinder und Jugendlichen.

„Die Idee, die Starken helfen den Schwachen, funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann geht die Schere auseinander“, so seine Erfahrung. Sowohl die Leistungsstärkeren als auch die Leistungsschwächeren würden so nicht die Forderung und Förderung erhalten, die sie benötigten.

Der Übergang in die nächsthöhere Schulform sei weiterhin problemlos möglich. „Vielleicht wachen einige Schüler jetzt sogar eher auf und merken früher, dass Lernen auch was bewirken kann“, so Gliese.

Das alte System wird offenbar nicht nur in Ganderkesee indrage gestellt. „Ich bin bereits von etlichen anderen Oberschulen aus dem Landkreis, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, die Schüler eher aufzuteilen, nach unseren Erfahrungen befragt worden“, so Gliese.

Änderung auch in Bookholzberg

Auch die Oberschule Bookholzberg teilt ihre Schüler künftig eher in Haupt- und Realschule auf. Sie werden nun ab der achten Klasse getrennt. Eine Entwicklung, die für Bernd Gliese nicht verwunderlich ist: „Bei der Einführung der Oberschulen ist damals vieles mit der heißen Nadel gestrickt und vieles übereilt umgesetzt worden“, der angehende Pensionär. „Nicht immer war es richtig durchdacht.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN